Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Eisspeedway-EM Sanok: Franky Zorn «Halbzeitmeister»

Von Thomas Schiffner
Die ersten 22 Heats des Eisspeedway-EM-Finals, das am Wochenende im polnischen Sanok ausgetragen wird, brachten teils sehr spannende Läufe und schufen für das zweite Rennen am Sonntag eine prickelnde Ausgangssituation.

Der bereits 52-jährige Saalfeldener Franky Zorn gewann zwar alle Vorläufe und das Finale vor einem in Topform befindlichen Luca Bauer, hat aber vor dem zweiten Tag nur drei Punkte Vorsprung für die Titelentscheidung.

«Der Tag war überraschend gut nach dem Training. Ich habe mich gut gefühlt und gewusst, dass die Technik top ist», erklärte der Pinzgauer, der vor einiger Zeit zu Tuner Klaus Lausch zurückgekehrt ist.

Nach einem epischen Lauf 16, in dem Zorn im dritten Anlauf vor Landsmann Harald Simon und Luca Bauer, das erste Mal geschlagen, siegte, lobte der Österreicher Bauer junior: «Ich wusste natürlich, dass Luca immer von außen kommt. Ich bin ein fairer Fahrer, ich versuche dann natürlich weiter außen zu fahren, aber ich lasse ihm Platz. Luca ist ein guter Fahrer und er ist auch fair.»

Bauer gab nur noch im Finale einen weiteren Punkt an Zorn ab und fährt zur Halbzeit, wie im letzten Jahr, auf Kurs Vizekurs. «Das Finale war wirklich knapp. Ich war schon an ihm dran, habe dann leider zumachen müssen und habe es in der letzten Kurve dann noch mal probiert. Vom Speed her sind wir aber sehr gut dabei. Ich hatte mir gar nicht so viel erwartet, weil ich ein bisserl erkältet bin. Mit einem zweiten Platz kann man immer zufrieden sein, noch dazu mit einem sehr guten Tempo.»

Tragischer Held war wieder einmal Titelverteidiger Harald Simon. Der 55-jährige Waldviertler leidet nach wir vor unter seinen Rückenproblemen: «An den Wirbeln T1 bis 5 habe ich Bandscheibenvorfälle. Die Schmerzen sind stark und je schlechter die Bahn wird, desto schlimmer ist es.»

Simon gab nur gegen Jan Klatovsky, Zorn und Jimmy Olsen je einen Punkt ab und qualifizierte sich als Fünfter für den Last-Chance-Heat. In einem Krimi über vier Runden gewann Olsen hauchdünn vor Klatovsky, Simon und Lukas Hutla. Damit waren Hutla und Simon raus: «Ich hatte fast kein Training und die Schmerzen waren schlimm. Dann ist Hutla nach innen gefahren, hat alles aufgemacht in der letzten Runde, sonst wäre ich vielleicht noch ins Finale gekommen.»

So traten Olsen und Klatovsky im Grand Final gegen Zorn und Bauer an. Klatovsky stürzte, zum dritten Mal an diesem Tag, und im Rerun ließen Zorn und Bauer Olsen keine Chance.

Am Boden zerstört war der zweite Deutsche Benedikt Monn: «Das hätten locker zehn Punkte sein können, das hätte sogar für den Last-Chance-Heat gereicht.» Der Oberbayer hat richtig gerechnet: Im ersten Lauf wurde er auf Platz 2 wegen einer harten Attacke auf Klatovsky disqualifiziert. In Lauf 15 lag er zunächst vor Lukas Hutla, fiel dann auf Position 2 zurück und in der letzten Kurve ging sein Motor aus. «Es hat einen Kurzschluss des Zündunterbrechers mit dem Gasgriff gegeben.» Beny rollte aus und seine beiden Gegner knapp vor der Ziellinie an ihm vorbei. Damit blieb nur Platz 9.

Der dritte Deutsche Marc Geyer fuhr ein für seine Verhältnisse ordentliches Rennen. Aber in seinem dritten Lauf kam er in den tiefen Schnee, an die Strohballen und drehte sich in den Innenraum. Dabei verdrehte sich der Büdinger das Knie, konnte aber weiterfahren.

Mit einer spannenden Ausgangssituation werden am Sonntag ab 14 Uhr die zweiten 22 Läufe gestartet. Alle Punkte werden mitgenommen. Mit einem deutschsprachigen Europameister darf gerechnet werden.

Ergebnisse Eisspeedway-EM Sanok/PL, 1. Tag:

1. Franz Zorn (A), 15+3 Punkte
2. Luca Bauer (D), 13+2
3. Jimmy Olsen (S), 11+1
4. Jan Klatovsky (CZ), 8+D
5. Harald Simon (A), 12
6. Lukas Hutla (CZ), 10
7. Max Koivula (FIN), 8
8. Jimmy Hörnell (S), 6
9. Benedikt Monn (D), 6
10. Sebastian Reitsma (NL), 6
11. Jo Saetre (N), 5
12. Niek Schaap (NL), 5
13. Dennis Andersson (S), 4
14. Tomi Norola (FIN), 4
15. Marc Geyer (D), 4
16. Michal Knapp (PL), 1

Last-Chance-Heat: 1. Olsen. 2. Klatovksy. 3. Simon. 4. Hutla

Finale: 1. Zorn. 2. Bauer. 3. Olsen. 4. Klatovsky D

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