Racing-Raritäten - Unser Foto-Spiel
Meist aus dem Archiv der Agentur LAT stellen wir jeden Dienstag-Morgen ein kleines Stück Motorsport-Historie vor. Sagen Sie uns, wer zu erkennen ist, wo und wann das Bild entstand (Beispiel: Jo Siffert, Monza, 1970) und gewinnen Sie mit etwas Glück einen kleinen Preis.

Bitte Name, Adresse, Geburtsjahr und Telefonnummer nicht vergessen. Schicken Sie Ihre Lösung an: mathias.brunner@speedweek.com. Einsendeschluss ist jeweils Sonntag der gleichen Woche, 23.59 Uhr.

Das Bild der Vorwoche (20. bis 25. Februar 2024):

Die richtige Lösung vom letzten Mal: Wir sehen die Formel-1-Studie Sigma, die im Rahmen des Genfer Autosalons 1969 präsentiert worden ist.

Der Sigma gehört zu den seltenen Formel-1-Rennwagen, die nie zum GP-Einsatz gekommen sind. Der am 13. März 1969 in Genf vorgestellte Sigma war ein Prototyp, der nie dazu bestimmt war, an Formel-1-Rennen teilzunehmen.

Die Hauptinspiration für die Entwicklung des Autos war die Tatsache, dass viele Formel-1-Fahrer aufgrund der niedrigen Sicherheitsstandards bei Unfällen starben.

Der Sigma wurde 1969 in Zusammenarbeit vom Design-Studio Pininfarina und der Schweizer Automobil-Revue mit Unterstützung von Enzo Ferrari, Fiat und Mercedes gebaut.

Der Name des Autos «Sigma» wurde deshalb gewählt, weil Pininfarina einige Jahre zuvor ein experimentelles Sicherheitsfahrzeug mit diesem Namen gebaut hatte, einen Pininfarina PF Sigma.

Das Auto wurde vom Autodesigner Paolo Martin entworfen. Es basierte auf dem Ferrari 312 und wog 590 Kilogramm. Es war mit einem 3,0-Liter-V12-Motor mit 436 PS ausgestattet.

Dieses Auto sollte zeigen, was in Sachen Sicherheit alles möglich sein könnte. Es enthielt viele Innovationen wie eine Überlebenszelle für den Fahrer, mehrschichtige Kraftstofftanks, ein Feuerlöschsystem, Kraftstofftanks aus Kunststoff, ein Sicherheitsgurtsystem und hinter den Hinterrädern hervorstehende Seitenkästen, die ein Ineinandergreifen der Räder verhindern sollten.

Die Idee für das Auto wurde auch von einem Buch inspiriert, das 1967 von Dr. Michael Henderson geschrieben wurde: «Motor Racing in Safety: The Human Factors». Henderson, ein Amateur-Rennfahrer, zog von Großbritannien nach Australien, um in New South Wales die Forschungsstelle für Verkehrsunfälle aufzubauen. Dort setzte er seine motorsportlichen Aktivitäten fort, aber es war sein berufliches Engagement für die Unfallanalyse und die Förderung von Sicherheitsmerkmalen in Kraftfahrzeugen, sowohl auf der Straße als auch auf der Rennstrecke, das zur Abfassung seines Buches und zur Entwicklung des Original-Sechspunkt-Sicherheitsgurtes von GQ/Williams führte, der damals sowohl im europäischen als auch im australischen Motorsport verwendet wurde.

Sein Beitrag zur Sicherheit im Motorsport setzte sich mit seiner Beteiligung am Pininfarina/Ferrari Sigma Grand Prix fort. Mercedes- und Fiat-Ingenieure waren auf Initiative der renommierten Automobil-Revue ebenfalls beteiligt, und der frühere F1-Fahrer und Journalist Paul Frère wurde angeworben, um das Endprodukt zu testen.

Der Sigma war ein für die damalige Zeit radikal aussehendes Auto mit Aufprallzonen rund um eine verstärkte Fahrerkabine, mit Schaum gefüllten flexiblen Kraftstofftanks, einem eingebauten Feuerlöscher, einem Sechspunkt-Sicherheitsgurt, einem kombinierten Aero-Flügel und Überrollbügel und sogar einem Kopf- und Nackenstützsystem, dreißig Jahre bevor die Formel 1 das HANS-Gerät einführte. Ein Auto, das seiner Zeit weit voraus war und den Weg für moderne Sicherheitsmerkmale ebnete, die heute Standard sind.

Natürlich gab es für Dr. Henderson und das Auto reichlich Kritik. Einige Fahrer spotteten über die Idee der Sicherheit – nach dem Motto: Wenn man noch am Leben ist, hat man sich nicht genug angestrengt.

Star-Pilot Jackie Stewart wurde trotz seiner überragenden Fähigkeiten wegen des Engagements für mehr Sicherheit als ein Feigling abgestempelt, der den Sport ruinieren wolle. Sein Vorschlag, dass Autos bei Kollisionen nicht explodieren sollten, wurde mit Spott bedacht. Innes Ireland, einer der schillerndsten Vertreter des Rennsports in dieser Zeit, soll wegen solcher Bemühungen mit den Ellenbogen gewedelt und Hühnergeräusche gemacht haben.

Im Laufe der Jahre wurden fast alle Sicherheitsmerkmal des Sigma in die moderne Rennwagentechnik integriert. Der Original-Sigma ist heute im Turiner Automuseum oder im Werksmuseum von Ferrari zu bestaunen.

Damit zum neuen Rätsel: Dieser Fahrer musste in der Formel 1 mehrere Anläufe nehmen, um sich durchzusetzen.

Hier das neue Fotospiel (27. Februar bis 3. März 2024)
Wer war es?
Wo war es?
Wann ist das Bild entstanden?

 

2024: (Un)realistische Prognosen

Werner Jessner
Bevor es am Wochenende erstmals ernst wird, wagen wir zwei Blicke auf die Saison 2024 in der Formel 1 und MotoGP: Einen realistischen, einen optimistischen. (Zu Jahresende werden wir sehen, wie weit wir daneben lagen.)
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