Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Eisspeedway-EM Sanok: Zweiter Titel für Franky Zorn

Von Thomas Schiffner
Europameister Franz Zorn

Europameister Franz Zorn

Genau 15 Jahre, nachdem Franz Zorn am gleichen Ort seinen ersten Eisspeedway-Europameistertitel in Sanok geholt hatte, wurde er in Ostpolen zum zweiten Mal Champion. Silber eroberte der sehr starke Luca Bauer.

Franky Zorn war mit drei Punkten Vorsprung auf Luca Bauer und sechs Zähler vor dem Schweden Jimmy Olsen sowie Harald Simon in den zweiten Tag gegangen. Die Rennen am Sonntag waren noch turbulenter als am ersten Tag und dauerten wegen zahlreicher Stürze fast vier Stunden.

Franky Zorn ließ von Anfang an nichts anbrennen und bezwang seinen schärfsten Rivalen Luca Bauer schon in Heat 5. Jimmy Olsen begann den zweiten Tag furios mit drei Laufsiegen. In Heat 15 stürzte der 26-jährige Schwede und kugelte sich dabei die Schulter aus, konnte aber das Rennen fortsetzen. Er erreichte den Last-Chance-Heat, in dem er aber erneut stürzte und damit das Finale verpasste.

Genauso erging es dem mit seinen fünf Bandscheibenvorfällen gehandicapten Harald Simon, der stark begann, aber wegen eines Sturzes im letzten Vorlauf nicht einmal den Last-Chance-Heat erreichte: Unter vier Fahrern mit achten Punkten war Beny Monn der Beste, der gegen Olsen, Max Koivula und Lukas Hutla im Hoffnungslauf startete. Stark verbessert holte der Miesbacher in diesem Heat seinen dritten Sieg am Sonntag und qualifizierte sich vor Hutla sensationell für das Finale.

Das fand bei Schneefall am frühen Abend unter Flutlicht statt und musste dreimal gestartet werden. Im ersten Anlauf stürzte Beny Monn, im zweiten Hutla. Zorn hatte vor dem Finale vier Punkte Vorsprung auf Bauer, das heißt, ihm war der Titel schon sicher. Bei allen drei Starts lieferten sich die beiden Besten ein heißes Duell, im dritten Anlauf wurde Luca Bauer Tagessieger.

«Ich habe bis zum Schluss alles gegeben. Im Finale habe ich nichts mehr riskiert, der Luca war super drauf. Am Samstag war es besser auf Rot zu starten, am Sonntag war die Bahn innen total kaputt. Da ist er mir von außen davongezogen», sagte Zorn nach seinem zweiten Titelgewinn.

Was wiegt stärker: Der erste Titel, die Vize-WM oder dieser? «Für mich sind alle gleich. 2008 habe ich gegen acht Russen gewonnen. Aber heute bin ich ja schon 15 Jahre älter.» Und eine faire Bemerkung des Saalfeldeners in Richtung der suspendierten Russen: «Ich habe gewonnen, aber es hat auch der Krieg gewonnen.»

Luca Bauer wiederholte seinen Vorjahreserfolg, aber mit einer deutlichen Leistungssteigerung: «Als ich den Punkt im ersten Lauf gegen Franky liegen gelassen habe, wusste ich, dass es für ganz oben wieder nicht reichen wird. Ich habe dann geschaut, dass ich die Punkte mitnehme, die ich brauche, vor allem gegen Olsen. Das war das Wichtigste, auf keinen Fall ausfallen. Es hat mich natürlich gefreut, dass wir das Finale heute gewonnen haben. Nach dem zweiten Abbruch war ich am Verzweifeln, ich hatte den Start von Gelb außen herum gewonnen.»

Jimmy Olsen steigerte sich am Sonntag, und das, obwohl er gleich zweimal stürzte: «Bis zu dem Sturz war ich wirklich schnell. Jetzt bin ich 2014 EM-Dritter geworden und letztes Jahr und nun wieder. Im Last-Chance-Heat sprang mir beim Sturz die Schulter raus und wieder rein. Es ist jetzt ganz schwer, sie zu bewegen. Ich hoffe, dass ich für das schwedische Finale und bis Inzell wieder fit bin.»

Benedikt Monn fuhr das beste Rennen seiner jungen Karriere, landete aber wegen dem verkorksten Samstag «nur» auf Rang 8. Marc Geyer steigerte sich ebenfalls deutlich, obwohl er in seinem zweiten Lauf unverschuldet stürzte. Die Top-Ten verfehlte der Büdinger knapp. Reservefahrer Markus Jell kam einmal zum Einsatz und holte einen Punkt.

Ergebnisse Eisspeedway-EM Sanok/PL, 2. Tag:

1. Luca Bauer (D), 14+3 Punkte
2. Franz Zorn (A), 15+2
3. Lukas Hutla (CZ), 11+D
4. Benedikt Monn (D), 8+D
5. Jimmy Olsen (S), 11
6. Max Koivula (FIN), 10
7. Harald Simon (A), 8
8. Jan Klatovsky (CZ), 8
9. Sebastian Reitsma (NL), 8
10. Tomi Noirola (FIN), 6
11. Marc Geyer (D), 6
12. Jimmy Hörnell (S), 6
13. Jo Saetre (N), 5
14. Andrej Divis (CZ), 2
15. Niek Schaap (NL), 2
16. Markus Jell (D), 1
17. Michal Knapp (PL), 0
18. Dennis Andersson (S), 0

Last-Chance-Heat: 1. Monn. 2. Hutla. 3. Olsen. Koivula D

Finale: 1. Bauer. 2. Zorn. 3. Hutla. 4. Monn D

EM-Gesamtergebnis:

1. Franz Zorn, 35 Punkte
2. Luca Bauer 32
3. Jimmy Olsen 23
4. Lukas Hutla 21
5. Harald Simon 20
6. Max Koivula 18
7. Jan Klatovsky 16
8. Benedikt Monn 14
9. Sebastian Reitsma 14
10. Tomi Norola 10
11. Marc Geyer 10
12. Jo Saetre 10
13. Jimmy Hörnell 10
14. Niek Schaap 7
15. Dennis Andersson 4
16. Andrej Divis 2
17. Markus Jell 1
18. Michal Knapp 1

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