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86. Bol d’Or: YART holt WM-Titel bei Suzuki-Sieg

Von Tim Althof
Yamaha hatte am Sonntag in Le Castellet allen Grund zur Freude: YART gewann mit Marvin Fritz, Niccolo Canepa und Karel Hanika die Langstrecken-Weltmeisterschaft. Suzuki Endurance triumphiert im Rennen.

Es wurde nochmal spannend an der Spitze des Feldes. Das Bike des CAP-Endurance-Teams legte am Ende der Mistral-Geraden nach 20,5 Stunden eine große Ölspur, sodass sieben weitere Fahrer auf dem rutschigen Asphalt zu Sturz kamen. Darunter unter anderen die Führende Suzuki und die Webike-Kawasaki mit der Nummer 11, sowie Christian Napoli vom Motobox Kremer Racing Team. Auch das führende Superstock-Team National Motos rutschte aus.

Alle gestürzten Fahrer und Bikes hatten Glück und konnten das legendäre Rennen nach einem kurzen Stopp wieder aufnehmen. Da das Safety-Car längere Zeit auf der Strecke blieb, verlor Yoshimura SERT Motul auf dem Weg zum Bol d’Or-Erfolg nur eine Runde. Gleichzeitig musste Yamaha erneut die Box ansteuern, um Wasser nachzufüllen, wodurch auch die BMW an YART vorbeigekommen war. Am Ende wurde das Problem entdeckt und die Temperatur-Thematik war behoben.

2,5 Stunden vor dem Ende explodierte der Motor der Metiss am Ende der Start-und-Ziel-Geraden der 5,6 km langen Piste. Julien Bonnet legte somit die nächste Ölspur und sorgte für die dritte Safety-Car-Phase im Rennen.

Auf der Strecke setzte sich nach Freigabe des Rennens ganz besonders Markus Reiterberger in Szene. Der Obinger fuhr am Ende einen Doppelstint, denn seine Zeiten waren teilweise drei Sekunden schneller als die der Konkurrenten in den Top-5. Das große Ziel des BMW-Teams? Viltais Honda (Alt, Mercado, Odendaal) Platz 2 im Rennen zu nehmen, damit das belgische Team in der WM noch auf den zweiten Rang kommt, oder sogar die Weltmeisterschaft erreichen kann, sollte YART noch ausfallen.

Doch der Plan ging in Le Castellet nicht auf: BMW musste sich mit Platz 3 zufriedengeben, da Florian Alt auf der Honda dagegenhalten konnte und somit nach dem Vorjahressieg beim Bol d’or ein weiteres Podium für das Team absicherte.

An der Spitze kontrollierte das Suzuki-Trio, das am Ende nur noch ein Duo war, weil Sylvain Guintoli mit Magenproblemen aussetzen musste, das Rennen. Yoshimura SERT Motul sorgte mit Black, Masson und Guintoli für den 19. Erfolg beim Bol d’Or. Letztendlich sollte es der Vizetitel werden, BMW landete in der WM ein Punkt dahinter auf Platz 3.

Gefeiert wurde am Ende ganz besonders in der Yamaha-Box. Mit Position 4 gewann das Yamaha Austria Racing Team von Mandy Kainz die FIM Endurance-Weltmeisterschaft 2023. Nach 2009 gelang Marvin Fritz, Karel Hanika und Niccolo Canepa der zweite Titel für die Mannschaft aus Heimschuh. Für Yamaha ist es der der fünfte Endurance-WM-Titel insgesamt, zuletzt gewann GMT94 in der Saison 2016-17 die Weltmeisterschaft – damals übrigens ebenfalls mit Niccolo Canepa.

Auch in der Superstock-Klasse ging es bis zuletzt um den Sieg und gleichzeitig um den Titel. National Motos musste sich hart gegen Chromeburner Rac41 wehren. Je nachdem, welches der beiden Honda-Teams am Ende die Nase vorne hatte, darf der Titel gefeiert werden. 25 Minuten vor dem Ende rollte die National Motos-Honda mit Sebastien Suchet langsam in die Box – ein bitteres Ende nach 23 Stunden Führung. Der Rennsieg ging an Kawasaki und das Team 33 Louit April Moto (Gamarino, Saltarelli, Calia) und der Titel am Ende an Wayne Tessels, Chris Leesch und Jonathan Hardt vom Team Chromeburner Rac41.

LRP Poland hatte mit Dominik Vincon noch einen Sturz zu verkraften, am Ende reichte es für das private BMW-Team mit Julian Puffe und Marek Szkopek für Gesamtrang 11, Platz 7 in der EWC-Klasse. Ebenfalls punkten konnten die Mannschaften von Bolliger und Motobox Kremer, die am Ende auf dem Circuit Paul Ricard auf die Positionen 15 und 20 fuhren.

Anm. der Redaktion: Das Team Chromeburner Rac41 wurde nachträglich disqulifiziert. Alle Infos dazu gibt es in diesem Artikel: «Tragödie um Honda-Team: Superstock-Titel aberkannt»

Bol d'Or, Ergebnis:

1. Yoshimura SERT Motul (Black, Guintoli, Masson), Suzuki GSX-R1000Y, 717 Runden
2. Honda Viltais Racing (Alt, Odendaal, Mercado), Honda CBR1000 RR-R, + 7 Rdn
3. BMW Motorrad World Endurance (Reiterberger, Mikhalchik, Guarnoni), BMW M 1000 RR, + 8
4. YART Yamaha Official Team EWC (Canepa, Fritz, Hanika), Yamaha YZF-R1, + 12
5. Kawasaki Webike Trickstar (De Puniet, Watanabe, Leblanc), Kawasaki ZX-10R, + 16
6. Team 33 Louit April Moto (Gamarino, Saltarelli, Calia), Kawasaki ZX-10R, + 20
7. Team 18 Sapeurs Pompiers (De la Vega, Maurin, Steinmayr), Yamaha YZF-R1, + 24
8. MACO Racing Team (Vugrinec, Boulom, Kovacs), Yamaha YZF-R1, + 24
9. Pitlane Endurance JP3 (Grünwald, Pellizotti, de Vleeschauwer), Yamaha YZF-R1, + 26
10. Team LRP Poland (Vincon, Puffe, Szkopek), BMW S 1000 RR, + 26

Ferner:
14. Team Bolliger Switzerland (Thöni, Brenner, Romero Barbosa), Kawasaki ZX-10R, + 30
19. Motobox Kremer Racing (Dehaye, Napoli, Rubin), Yamaha YZF-R1, + 38

WM-Endergebnis (EWC):

1.YART Yamaha Official Team EWC, 181 Punkte
2. Yoshimura SERT Motul, 161
3. BMW Motorrad World Endurance, 160
4. F.C.C. TSR Honda France, 149
5. Honda Viltais Racing, 128
6. Kawasaki Webike Trickstar, 107
7. Tati Team Beringer, 57
8. Maco Racing Team, 54,5
9. LRP Poland, 49,5
10. KM99, 48,5
11. Motobox Kremer Racing, 46
12. ERC Endurance Ducati, 39
13. Bolliger Switzerland, 38,5
14. Team Moto Ain, 38,5
15. Team HRC with Japan Post, 35

Weltcup-Endergebnis (SST):

1. Team 33 Louit April Moto, 143
2. National Motos, 127
3. 3ART Best of Bike, 89,5
4. Wójcik Racing Team 2, 89,5
5. Chromeburner Rac41, 85
6. Honda No Limits, 80
7. TRT27 Bazar 2 Becane, 78,5
8. Tecmas MRP BMW, 74
9. BMRT 3D Maxxess, 66
10. Team 18 Pompiers, 65,5

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