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Ex-Renault-Chef Carlos Ghosn: Neue Verhaftungen

Von Rob La Salle
Carlos Ghosn

Carlos Ghosn

​Im amerikanischen Bundesstaat Massachusetts sind zwei Männer verhaftet worden, die dem früheren Renault- und Nissan-Chef Carlos Ghosn (66) im Januar 2020 geholfen haben sollen, aus Japan zu flüchten.

Es ist ruhig geworden in den vergangenen Monaten um den gefallenen Spitzenmanager Carlos Ghosn, gegen den in Japan wegen Wirtschaftskriminalität ermittelt wird. Der 66jährige Brasilianer soll Anfang Januar 2020 (angeblich in einem Kontrabass-Koffer) aus Japan geflohen sein. Wie der libanesische TV-Sender MTV damals berichtete, reiste der frühere Spitzenmanager im Privatflugzeug über Istanbul in den Libanon ein. Das dortige Aussenministerium teilte mit, dass der frühere Autokonzern-Chef von Renault und Nissan legal ins Land eingereist sei. Ghosn war im Besitz von Reisepässen aus Frankreich, Brasilien und dem Libanon.

Ein Auslieferungsabkommen mit Japan existiert nicht, deshalb darf sich Ghosn im Libanon sicher fühlen. Entsprechend unwahrscheinlich ist sein Erscheinen zum Prozess in Japan. Ghosn war Anfang März 2019 nach mehr als drei Monaten Haft in Tokio auf Kaution freigekommen. Die Höhe der Kaution betrug eine Milliarde Yen (rund 8 Millionen Euro). Er durfte das Land nicht verlassen und hatte die Bedingung akzeptiert, dass am Eingang zu seinem Haus Überwachungskameras installiert wurden.

In Amerika sind am 19. Mai zwei Männer verhaftet worden, die Ghosn möglicherweise zur Flucht verholfen haben könnten. Die beiden Männer (Vater und Sohn, 59 und 27 Jahre alt) sollen gemäss einer Sprecherin des Justizministeriums per Videokonferenz dem Richter vorgeführt werden, die US-amerikanischen Beamten handelten in Rechtshilfe für ihre Kollegen aus Japan.

Rund zehn Tage nach seiner spektakulären Flucht in den Libanon meldete sich Carlos Ghosn Mitte Januar mitd harten Vorwürfen gegen die japanische Justiz zu Wort. Wer bei dieser Pressekonferenz in Beirut auf Details zur spektakulären Flucht aus Japan gehofft hatte, wurde enttäuscht. Präsentiert wurde stattdessen eine mehr als zweistündige Brandrede, in der Ghosn schwere Vorwürfe gegen die japanische Justiz erhob.

Der frühere Chef des Nissan-Verwaltungsrats sprach davon, «Geisel» des japanischen Justizsystems gewesen zu sein, während seiner monatelangen Einzelhaft seien grundsätzliche Menschenrechte verletzt worden, klagte er an. Er erzählte, dass er bis zu acht Stunden am Tag ohne Anwalt verhört worden sei. Die schlechten Haftbedingungen hätten ihm schliesslich keine andere Wahl gelassen als die spektakuläre Flucht in den Libanon.

Die japanische Justizministerin Masako Mori erklärte daraufhin, dass diese Anschuldigungen absolut unhaltbar seien und der frühere Spitzenmanager falsche Informationen über das Rechtssystem in Japan verbreitete.

Ghosn wird vorgeworfen, Firmengelder schwarz kassiert, veruntreut und unterschlagen zu haben. So soll der langjährige Renault-CEO etwa mit Finanzen aus dem Unternehmen in verschiedenen Städten wie Rio, Paris, Amsterdam und Beirut Luxuswohnungen gekauft haben. Auch ein Beratervertrag in Millionenhöhe, den seine Schwester abgeschlossen hat, erscheint den Ermittlern verdächtig. Es gibt Hinweise auf fragwürdige Geschäftspraktiken, dies mit Investoren aus Indien, dem Mittleren Osten und Lateinamerika. Es geht unter anderem um angebliche Zahlungen an den saudi-arabischen Geschäftsmann Khaled al-Juffali, deren Hintergründe unklar sind. Wie immer gilt auch hier die Unschuldsvermutung.

Noch steht nicht fest, wann es in Japan zum Prozess kommt.

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