Formel 1: «Darauf kann man nicht stolz sein»

Razlan Razali (Petronas): «Haben Ziel nicht erreicht»

Von Günther Wiesinger
Razlan Razali

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«Unser Traum war es, einen Fahrer aus Malaysia zu finden, der in der MotoGP um die Top-3 fighten kann», sagt Teamchef Razlan Razali. «Dieses Ziel haben wir leider verfehlt.»

So manches gegnerische Team blickte in den letzten drei Jahren neidvoll auf das Petronas-Team, das in allen Klassen mit der großen Kelle anrichtete, das Geld mit beiden Händen ausgab, rastlos immer wieder neue Trucks sowie Hospitality-Fahrzeuge anschaffte und pausenlos neues Personal engagierte.

Jetzt ist die Mineralöl-Quelle des malaysischen Staatskonzern versiegt. Die nicht sonderlich erfolgreichen GP-Teams in den Klassen Moto3 und Moto2 werden zugesperrt, in der MotoGP-WM müssen kleine Brötchen gebacken werden. Statt mit Stars wie Quartararo, Morbidelli und Rossi wird man mit Kandidaten wie Iker Lecuona, Darryn Binder (direkt aus der Moto3) oder Superbike-Pilot Garrett Gerloff vorliebnehmen müssen.

Fahrer wie Toprak Razgatlioglu und Marco Bezzecchi haben Petronas-Yamaha einen Korb gegeben. Rea und Dvozisoo wurden als zu alt befunden.

Das SIC-Team bildete die Nachfolge des ehemaligen Caterham-Air-Asia-Moto2-Teams, das ebenfalls früh kollabierte. 2015 war das M7 DRIVE SIC Racing Team erstmals in der Moto3-WM zu sehen, das in der ersten Saison immerhin zwei Podestplätze erreichte. Die malaysische Energy-Drink-Firma «M7 Drive» wurde bald zahlungsunfähig. Hauptsponsor Petronas kam 2017 neu an Bord und warb dann für die Ölmarke Petronas Sprinta. 2018 machte sich Petronas Sprinta erstmals auch in der Moto2-Klasse breit.

Petronas-Yamaha-Teamprinzipal Razlan Razali, der bis 2018 noch als erfolgreicher Geschäftsführer des Sepang Circuits agierte, steht jetzt vor einer schwierigen Aufgabe. Er muss den Rennstall umstrukturieren und redimensionieren, sein bisheriges Format muss stark eingeschränkt werden.

«Wir haben in den vergangenen Jahren eine erstaunliche Reise hinter uns gebracht», sagt Razali. «Wir haben 2015 bescheiden begonnen und 2018 einen großen Schritt gewagt, als wir für 2019 neu in die MotoGP eingestiegen sind und Team für die Königsklasse von Null aufgebaut haben. Wir haben 2019 mit Fabio Quartararo und Franky Morbidelli von Anfang an vorne mitgemischt und waren beim siebten Grand Prix erstmals auf dem Podest. 2021 fahren wir mit Valentino Rossi, einem der größten Rennfahrer aller Zeiten. Das ist eine unglaubliche Geschichte. Wir haben alle Erwartungen übertroffen.»

Das Petronas-Team wird jedoch nach dem WM-Finale in Valencia am 15. November in dieser Form nicht mehr existieren.

«Wir bedanken uns bei den Verantwortlichen des Sepang International Circuits für ihre Vision und ihren Support. Wir haben gemeinsam über viele Jahre aufstrebende Motorrad-Talente aus Malaysia unterstützt. Unser kollektiver Traum war, einen Fahrer aus Malaysia zu finden, der um Podestplätze in der MotoGP-Weltmeisterschaft fighten kann. Traurigerweise haben wir dieses Ziel in der kurzen Lebenszeit unseres Rennstalls nicht erreicht», bedauert Razlan Razali. «Aber wir blicken auf gewaltige andere Erfolge.»

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