Motocross-Skandal: Hund auf der Strecke

Taka Nakagami: «Als hätte ich im Kopf keine Energie»

Von Manuel Pecino
Takaaki Nakagami (31)

Takaaki Nakagami (31)

Nach der fünfwöchigen Sommerpause erwartet den MotoGP-Tross ein straffes Programm. Takaaki Nakagami (Honda) beschreibt die mentalen Herausforderungen, die durch das Sprint-Format noch einmal verstärkt wurden.

Takaaki Nakagami ist im LCR Idemitsu Honda Team Japans Vertreter in der Königsklasse, in der bekanntlich 2023 erstmals bei jedem Grand Prix am Samstagnachmittag ein zusätzliches Rennen über die halbe Distanz ausgetragen wird, für das es auch halbe Punkte gibt.

Der 31-Jährige aus Chiba spricht im zweiten Teil des Interviews mit SPEEDWEEK.com (Teil 1 hier zum Nachlesen) über die hohen Anforderungen des Sprint-Formats und des diesjährigen WM-Kalenders. «Taka» äußert sich aber auch über seine Landsleute wie Moto3-Ass Ayumu Sasaki aus dem Liqui Moly Husqvarna Intact GP Team.

Taka, wie gefällt dir das neue MotoGP-Format?

Ehrlich gesagt, bisher mag ich das neue Format. Ich glaube, dass es gut ist. Für die Fans ist es mit Sicherheit besser, es ist eine großartige Show. Aber gleichzeitig… Vom Körperlichen her ist es kein Problem, aber mental schon, da ist es hart.

Okay, am Samstag ist es nur die halbe Distanz, mental musst du dich aber genauso darauf vorbereiten wie auf das Rennen am Sonntag – genau gleich. Nach dem Sprintrennen habe ich das Gefühl, als hätte ich im Kopf keine Energie mehr. Körperlich geht es mir gut, das ist kein Problem, aber ich fühle mich so, als bräuchte ich Zucker.

Du musst aber bedenken, dass es noch nicht vorbei ist. Du musst dich für den nächsten Tag und die normale Renndistanz vorbereiten. Du musst also sehen, wie du dich bis zum nächsten Morgen so schnell wie möglich erholst. Dazu kommen aber die Medientermine und so viele andere Verpflichtungen, denen wir an einem Rennwochenende nachkommen müssen.

Es ist aber schön, näher an den Fans zu sein. Es kommen mehr Leute, wie in Le Mans oder auf dem Sachsenring – das ist sehr schön. Vor allem wenn man zurückdenkt, dass die Circuits 2020 komplett leer waren.

Wie siehst du die acht Grand Prix in zehn Wochen, die uns am Ende der Saison erwarten?

Ich will gar nicht daran denken! Das einzige Gute an der Sache ist, dass sie in Asien stattfinden werden, also in der Nähe meiner Heimat. Ich werde auch keine Probleme mit dem Zeitzonen-Wechsel haben, nach Indien bliebe ich direkt in Japan.

Eine etwas andere Frage: Verwendest du Messer und Gabel, wenn du in Europa bist?

Aber klar! Wenn ich nicht in Japan bin, verwende ich immer Messer und Gabel, nur Noodles esse ich mit Stäbchen.

Reden wir noch kurz über die japanischen GP-Fahrer allgemein. Ich bekomme manchmal den Eindruck, dass in dem Moment, wenn ein großartiges Ergebnis für euch möglich ist, immer irgendetwas fehlt.

Ich weiß nicht, aber Ayumu Sasaki macht zum Beispiel in diesem Jahr [in der Moto3] einen unglaublich guten Job: Im Training, im Qualifying – vielleicht gewinnt er das Rennen nicht, aber er ist immer dabei.

Auf dem Sachsenring zum Beispiel habe ich nach dem Freitag geglaubt, dass er am Sonntag mit zehn Sekunden Vorsprung gewinnen könnte. Am Sonntag dann… Okay, es waren nur er und Öncü vorne, aber ich weiß nicht, was ihm dann auf den Sieg gefehlt hat. Denn das Vertrauen hat er.

Könnte vielleicht mangelnde Aggressivität ein Grund sein?

Vielleicht. Es ist eine andere Sache, im Training schnell zu sein. Im Rennen musst du stark sein. Das ist das Wichtigste. Im Training und im Qualifying brauchst du keine starke Mentalität, du musst einfach schnell sein. Im Rennen ist es anders, du musst schnell und in der Hinsicht auch stark sein. Denn du musst im Kopf haben, wie viele Runden fehlen, du musst deine Stärken kalkulieren… Ich glaube, das kommt mit der Erfahrung und den Fights, die du in den Rennen austrägst...

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