Goodwood: Christian Horner ersetzt Sebastian Vettel

Ducati Desmosedici GP24: Steht der Weltmeister fest?

Von Thomas Kuttruf
Nach spannenden Start, hat sich die Frage nach dem besten MotoGP-Bike 2024 vorerst geklärt. Ab Jerez gingen alle Podiumsplätze an Fahrer einer Desmosedici. In der Marken-WM kann sich dich Ducati nur selbst schlagen.

Neun von 20 Stationen der MotoGP-Tournee 2024 sind abgefahren, erste Halbzeit-Bilanzen werden in allen Garagen und Entwicklungsabteilungen gezogen. Durch den verrückten Fahrer-Transfermarkt, der sich dieses Jahres durch die Besonderheit, dass nahezu alle Verträge für 2025 erneuert werden müssen, hatten sich die Scheinwerfer zu einem sehr frühen Zeitpunkt und mit voller Leuchtkraft auf die Piloten als Stars des Spektakels eingerichtet.

Doch auch Hersteller und Technik-Abteilungen haben in den letzten Monaten im Sinne bestmöglicher Ergebniss gewaltig geschuftet. Den erneut besten Job hat Ducati erledigt. Die Leistung des Werks, um ihre acht Piloten mit konkurrenzfähiger und standfester Ware zu versorgen, verdient allergrößten Respekt.

Weniger beeindruckend als die schiere Dominanz der Zahlen – Ducati sammelte bislang 315 Punkte und damit 140 mehr als die zweitstärkste Kraft Aprilia – die wahren Fähigkeiten der Mannschaft um Gigi Dall’Igna zeigt sich in der Arbeit zwischen Saisonauftakt und heute. Gegen Ende der Wintertests und in den Auftakt von Katar war der Ducati-Vorsprung stark geschmolzen. Ein perfekt aufgelegtes Duo mit Bagnaia und Martin schaffte es KTM knapp hinter den Heckflügeln zu halten.

In der Folgezeit wurden die richtigen Schlüsse gezogen und in fast unmerklicher Dosis wurde die Desmosedici des Jahrgang 2024 wieder weiter nach vorne geschraubt. Daran änderte auch der dritte GP des Jahres nichts, als ein brillanter Vinales volle Punkte für Aprilia holte. In den Top-10 lagen auch in den USA fünf Ducati.

Ab Jerez legte Bologna dann richtig los. Seit dem Spanien-GP standen im entscheidenden Rennen am Sonntag immer mindestens drei Ducati-Fahrer auf dem Podest. Meistens waren es vier, in Jerez gar fünf Desmosedici. Ganz klar festzuhalten ist dabei, dass die Mannschaft den Unterschied ausschließlich mit der GP24 herausarbeiten konnte. Der eingefrorene Entwicklungsstand der Vorjahres-Desmosedici war gut genug, um hinter den drei Hauptakteuren Martin, Bagnaia und Bastianini einen Schutzwall zu errichten.

Der wurde besonders von Marc Márquez repräsentiert. Trotz Márquez-Ehrgeiz und den obligatorischen Kampfspuren an Bike und Montur, ein Sieg auch für den MotoGP-Killer aus Spanien noch nicht möglich.

Wie gut die Italiener in der Werksabteilung arbeiten, zeigt sich in den Verlauf der Rennwochenenden. Am Freitag ist Ducati nie dominant, der Tag dient der Bestandsaufnahme. Am Samstag werden Schlüsse gezogen und sonntags die Karten ohne Experimente ausgespielt. Kein anderer Hersteller scheint das eigene Bike so gut zu kennen und zu versteht, an welchen Schrauben und Knöpfen justiert werden muss.

Die Kehrseite der GP24-Dominanz: Das Frustpotenzial in den unabhängigen Mannschaften ist gestiegen. Bei Gresini und VR46-Racing herrscht das Gefühl der besten zweiten Geige. Da – siehe Sachsenring – aber auch dieser Stand immer noch für ein Doppelpodium ausreicht, gibt es wenig schlagkräftige Argumente gegen die in sich stimmige Ducati-Strategie. Priorität ist der Gewinn der Meisterschaften – und hier steht bereits knapp vor Halbzeit fest, dass die Sieger auch 2024 aus dem Lager Roten kommen werden.

Wie erwähnt, in der Hersteller-Wertung spielt Ducati derzeit beliebig mit der Konkurrenz und in auch in der Fahrer-WM ist der Triumph eines Ducati-Piloten vorprogrammiert. Maverick Vinales fehlen als WM-Fünften und erstem Nicht-Ducati-Racer knapp 100 Punkte auf Spitzenreiter Pecco Bagnaia.

Richtig spannend wird es dann 2025. Sicher ist schon heute, nur sechs Ducati-Renner werden am Start sein und mit Jorge Martin, Enea Bastianini und Marco Bezzecchi wandern drei Topfahrer ab.

WM-Stand nach 18 von 42 Rennen:
1. Bagnaia, 222 Punkte. 2. Martin 212. 3. Marc Marquez 166. 4. Bastianini 155. 5. Vinales 125. 6. Acosta 110. 7. Binder 108. 8. Di Giannantonio 92. 9. Aleix Espargaro 82. 10. Alex Marquez 79. 11. Morbidelli 55. 12. Bezzecchi 53. 13. Oliveira 51. 14. Raul Fernandez 46. 15. Quartararo 44. 16. Miller 35. 17. Augusto Fernandez 15. 18. Mir 13. 19. Zarco 12. 20. Nakagami 8. 21. Rins 8. 22. Pedrosa 7. 23. Marini 1

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 315 Punkte. 2. Aprilia 175. 3. KTM 165. 4. Yamaha 48. 5. Honda 23.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 377 Punkte. 2. Prima Pramac Racing 267. 3. Gresini Racing MotoGP 245. 4. Aprilia Racing 207. 5. Pertamina Enduro VR46 Racing Team 145. 6. Red Bull KTM Factory Racing 143. 7. Red Bull GASGAS Tech3 127. 8. Trackhouse Racing 97. 9. Monster Energy Yamaha MotoGP 52. 10. LCR Honda 21. 11. Repsol Honda 13.

Diesen Artikel teilen auf...

Mehr über...

Siehe auch

Kommentare

Bitte melden Sie sich an, um einen Kommentar zu schreiben.

MotoGP: Sind böse Streithähne die besseren Helden?

Von Michael Scott
Nie gab es in der MotoGP so viele Sieganwärter wie heute. Im Gegensatz dazu hatte das «Goldene Zeitalter» ihre wenigen Helden, die alle zu Legenden wurden. Was ist uns lieber?
» weiterlesen
 

TV-Programm

  • So. 14.07., 13:40, Motorvision TV
    Rally
  • So. 14.07., 13:45, Eurosport 2
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • So. 14.07., 14:10, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • So. 14.07., 14:10, Motorvision TV
    Rally
  • So. 14.07., 14:20, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • So. 14.07., 14:40, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • So. 14.07., 14:45, Hamburg 1
    car port
  • So. 14.07., 15:00, ServusTV
    Superbike: Weltmeisterschaft
  • So. 14.07., 15:00, Sport1
    Motorsport: ADAC GT Masters
  • So. 14.07., 15:05, Motorvision TV
    King of the Roads
» zum TV-Programm
4