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Julia Taubitz: «Motorradfahren als Trainingseinheit»

Von Sarah Göpfert
Rennrodlerin Julia Taubitz ist begeisterte Motorradfahrerin. Im Interview mit SPEEDWEEK.com erzählt die dreifache Weltmeisterin über die Parallelen beider Sportarten und spricht über die Stellung der Frauen im Sport.

Julia Taubitz ist eine von Deutschlands größten Olympia-Hoffnungen im Rennrodeln. Neben ihrer Leidenschaft für den Rodelsport begeistert sich die 27-Jährige aus Annaberg-Buchholz außerdem sehr für Motorräder. Sie selbst ist auf einer BMW R 1250 GS unterwegs und liebt es, auch außerhalb des Eiskanals die Geschwindigkeit zu spüren. Dabei stößt Taubitz immer wieder auf Gemeinsamkeiten. «Das Motorradfahren ist dem Rodeln ähnlicher als man denkt. Man spürt in beiden Fällen die G-Kräfte, die Kurvenlagen und natürlich die hohen Geschwindigkeiten». Während sie mit bis zu 130 km/h durch den Eiskanal fegt, beschleunigt sie mit ihrem BMW-Bike auf der Straße gern einmal über 200 km/h.

«Als ich zur Fahrschule gefahren bin, habe ich immer gesagt, ich hänge jetzt noch eine Einheit Koordinations- und Konditionstraining dran», schmunzelte Taubitz als sie sich an ihre Zeit als Motorrad-Fahrschülerin erinnerte. Und auch zwischen dem Rennrodeln und dem Motorradrennsport fand die Sächsin Parallelen: «Auch beim Rodeln haben wir Ideallinien. Wir können die Geschwindigkeit zwar nicht so gut anpassen wie beim Motorrad, da wir keine Bremse haben. Aber gedanklich ist beides sehr ähnlich. Denn vor einem Lauf denke ich immer darüber nach, wie ich die Kurven am besten fahre.»

Die Rennrodlerin stellte außerdem fest, dass sich beide Sportarten auch in Hinblick auf die körperliche Beanspruchung sehr ähneln: «Wir brauchen ähnlich wie die Rennfahrer alle Muskelgruppen im Körper, denn besonders der Start ist bei uns eine Ganzkörperbewegung. Außerdem trainieren wir den Rumpf, die Arme und den Nacken, ähnlich wie ein Motorradfahrer.»

Während im Rodelsport Männer und Frauen getrennt starten, existiert derzeit keine eigene WM-Klasse für Frauen, auch wenn sich dies im nächsten Jahr ändern wird. «Mich wundert es, dass es im Motorsport keine zwei Klassen gibt», kommentierte Taubitz die Situation und ergänzte: «Man sollte die Frauen für sich fahren lassen und diese Klasse dann medienwirksam vermarkten. Dort sollte man einen Schritt mehr wagen, denn ich denke, dass dann auch mehr Frauen in den Motorradsport gehen würden. Hier hakt es an der Förderung.»

Die Rennrodlerin sprach damit einen Punkt an, der in der Gesellschaft allgegenwärtig ist. «Umgangssprachlich wird gern von Frauensport gesprochen, worunter körperformende Aktivitäten wie Bauch-Beine-Po verstanden werden. Man hört dabei immer wieder, dass man im Frauenrodeln beispielsweise weniger leisten muss als die Männer. Dennoch kommt es vor, dass einige Frauen schneller sind als die Männer. Jedoch werden die Männer oft als die richtigen Kämpfer dargestellt und die Leistungen der Frauen als Frauensports abgestempelt. Ich denke, wenn man diesen Blickwinkel ändert, würden auch die Frauen in vielen Sportarten mehr Aufmerksamkeit bekommen.»

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