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Start in die WRC-Abschiedsaison

Von Toni Hoffmann
Das Ford-WM-Team 2010

Das Ford-WM-Team 2010

Mikko Hirvonen startet neue Titeljagd, Sébastien Loeb seine sechste Titelverteidigung, Kimi Räikkönen in sein erstes WM-Jahr.

Die Rallye-WM startet am Wochenende im schwedischen Karlstad in die 14. WRC-Saison. Es ist das letzte Jahr, dass die herkömmlichen World Rally Cars noch einmal startberechtigt sind. Die Ziele der beiden in der Hersteller-WM vertretenen Marken sind aber die gleichen. Beide wollen den Titel, wenn möglich in beiden Wertungen. Vize-Champion Mikko Hirvonen möchte endlich seine erste WM-Krone und Sébastien Loeb möchte seinen sechsten Titel erfolgreich in Folge verteidigen.

Erstmals gehen beim schwedischen Winter-Klassiker die S2000-Fahrzeuge in einer eigenen Prädikatswertung an den Start. Seit diesem Jahr hat die FIA für die Super 2000-Fahrzeuge eine separate Weltmeisterschaft ausgeschrieben.

Bei den vier in der Hersteller-WM eingeschriebenen Teams gibt es in Schweden nur im so genannten B-Kader einige Änderungen. Das offizielle Werksteam des Titelverteidigers Citroën vertraut wie gewohnt dem sechsfachen Weltmeister Sébastien Loeb, wem auch sonst, und Dani Sordo. Im Junior-Team beginnt nun für den Um- und Neueinsteiger Kimi Räikkönen der WM-Ernst. Zusammen mit Sébastien Ogier wird der Formel 1-Weltmeister von 2007 bis auf Neuseeland seine erste komplette Rallyesaison bestreiten.

Keine Änderungen auch beim offiziellen Ford-Kader. Auch die Mannschaft um Malcolm Wilson setzt auf Konstanz, mit Mikko Hirvonen und Jari-Matti Latvala. Im Stobart-Team aber hat Ford zumindest in Schweden einen Joker namens Marcus Grönholm. Der Doppelweltmeister hat schon fünf Mal in Schweden gewonnen, der sechste ist möglich. Ihm zur Seite steht Henning Solberg mit seiner neuen Beifahrerin Ilka Minor.

Der Ford Focus WRC ist mit 41 Siegen und 119 Punkteresultaten das erfolgreichste Fahrzeug in der Rallye-WM. Den ersten Focus-Sieg erzielte der unvergessene Colin McRae 1999 in Kenia, den letzten Hirvonen im letzten Jahr in Australien. Dem Saisonauftakt in den Wäldern rund um Karlstad blicken der amtierende Vize-
Weltmeister Hirvonen und sein Teamkollege Latvala mit Freude entgegen. Die Veranstalter sagen die kälteste Rallye Schweden der vergangenen zwei Jahrzehnte voraus: Auf unter minus 25 Grad Celsius sollen die Temperaturen fallen. Die arktischen Bedingungen fordern Mensch und Material aufs Härteste – der finnischen Fahrerpaarung des Werksteams von Ford kommen sie aber durchaus entgegen.

Die verhältnismässig schmalen, mit sieben Millimeter langen Spikes versehenen
«Sottozero»-Winterreifen von Pirelli beissen sich förmlich in die vereiste Strassenoberfläche und bieten ein für Otto-Normalautofahrer geradezu unglaubliches Gripniveau. Darüber hinaus «lehnen» die Piloten ihre Boliden zur Stabilisierung und zum Bremsen gerne an die aufgetürmten Schneewände an. Auch wenn es paradox klingen mag: Beides führt dazu, dass die Rallye Schweden zu den schnellsten Veranstaltungen im WM-Kalender zählt.

Für Mikko Hirvonen ist es bereits der siebte Start in Schweden. 2008, als die Rallye-WM zuletzt in dem blau-gelben Königreich Station machte, erzielte er mit Rang zwei sein bislang bestes Ergebnis. «In der vergangenen Saison fehlte mir im Kampf um den Fahrertitel lediglich ein einziger Punkt», blickt der 29-Jährige auf das mitreissende Duell mit Sébastien Loeb zurück. «Ich weiss, dass ich bei der einen oder anderen Gelegenheit nicht entschlossen genug agiert habe. Daraus habe ich gelernt. Es sind oft nur die kleinen Dinge, die über Sieg oder Niederlage entscheiden. Du musst mutig genug sein, sich bietende Chancen zu ergreifen.» Dabei will ihm auch sein Teamkollege Jari-Matti Latvala helfen, der 2008 beim letzten WM-Lauf in Schweden einen allerersten WRC-Sieg feiern konnte. «Ich liebe es, auf Schnee zu fahren, und denke, dass ein Podiumsergebnis realistisch ist», so der 24-Jährige.

Titelverteidiger Loeb, der 2004 in Schweden seine erste Nicht-Asphalt-Rallye gewonnen und im Vorjahr im Nachbarland Norwegen gesiegt hatte, kommt natürlich auch 2010 die Favoritenrolle zu. «Mir gefällt es zwar, gerade bei dieser Rallye in die neue Saison zu starten, die Voraussetzungen werden aber sehr schwierig sein. Man muss auf der Piste bleiben, was aber gar nicht so leicht ist, wenn ich an die Rallye 2008 denke», meint der 54-fache Rekordsieger. «Mein Ziel ist natürlich mein siebter Titel, aber man kann die Hühner erst zählen, wenn man sie gefangen hat.»
 

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