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Markus Jell erlebte seine beste Eisspedway-Saison

Von Thorsten Horn
Markus Jell

Markus Jell

Viele Chancen hatte Markus Jell bisher nicht, sich in der Eisspeedway-WM zu beweisen. Seine erste richtige bekam er am vergangenen Wochenende in Inzell. Und diese nutzte der 40-Jährige sehr gut.

Am ersten Tag der Mini-WM 2023 fuhr Markus Jell, als zweitbester Deutscher hinter Luca Bauer (4.), auf den sechsten Tagesrang. Keine 24 Stunden später gehörte er zum brisanten Line-up für Heat 20, in dem vier Fahrer, punktemäßig fast gleichauf, um zwei vakante Startplätze fürs Finale kämpften. In diesem wäre auch für den Deutschen Meister nicht alles, aber sehr viel mehr möglich gewesen. Doch es kam anders.

Beim Vor-Showdown wetzten Niclas Svensson und Markus Jells Teamkollege im Inn-Isar-Racing-Team, Harald Simon, voraus. Bauer war Dritter und Jell kämpfte nach schlechtem Start um den Anschluss. Anfangs der zweiten Runde wechselte Bauer am Kurvenausgang die Spur, Jell konnte nicht ausweichen, touchierte Lucas verkleidetes Hinterrad und stürzte. Als, für viele im weiten Rund nicht zu 100 Prozent schuldiger, Abbruchverursacher hatte er somit Feierabend. «Das war eine blöde Situation. Ich gebe Luca keine Schuld, aber wo sollte ich hin?», fragte Jell im Gespräch mit SPEEDWEEK.com.

Erhobenen Hauptes verließ er die Halle und durfte sich letztendlich über den sechsten Tages- sowie gleichzeitig WM-Rang freuen, auch wenn obligatorische fünf russische Spitzensportler fehlten. Bis dahin war 2019 Markus Jells bestes Jahr in der WM. Damals standen ihm von den fünf Doppel-Grand-Prix lediglich eine halbe Veranstaltung in Berlin als erste Bahnreserve sowie zwei Renntage in Inzell als deutscher Wildcard-Fahrer zum Punktesammeln zur Verfügung und er wurde WM-15.

Mit seinem diesjährigen Inzell-Wochenende ist Jell trotz der unglücklich verpassten Final-Teilnahme am Sonntag sehr zufrieden. «Ich hätte nicht gedacht, dass ich die WM auf Platz 6 abschließen würde, dass ich das schaffe. Ich habe wieder neue Gegner gefunden, hatte mit Stefan Svensson ein Match, auch mit Niclas Svensson und Mats Järf. Das waren Gegner, mit denen ich noch nicht allzu oft gekämpft habe. Aber ich kann diesen Speed jetzt fahren und bin mega zufrieden. Es ist top, eine Saison so abzuschließen.»

Im Vorfeld hatte er sich mit der Nennung seiner Zielsetzung bedeckt gehalten und unterstrich nun noch einmal: «Unterschrieben hätte ich das Ergebnis nicht, aber gehofft habe ich schon darauf. Ich bin immer sehr bedeckt mit Aussagen im Vorherein. Das kann ganz schnell nach hinten losgehen. Lieber hinterher ein bisschen feiern, als vorher groß auftrumpfen und dann nichts leisten.»

Ein Schlüssel zum Erfolg war, dass er in diesem Winter jede Möglichkeit genutzt hat, um auf dem Eis Runden zu drehen. «Das A und O ist immer fahren, fahren, fahren. Ich bin in diesem Jahr wirklich bei jedem Rennen gefahren, was möglich war. Ich habe sogar Reserveplätze, wie bei der EM in Sanok, in Kauf genommen, um Meter zu machen auf dem Eis. Ich möchte auch im nächsten Jahr wieder in der schwedischen Liga fahren und hätte gegebenenfalls auch andere Optionen. Ich möchte auch bei meinem Team Inn-Isar-Racing bleiben. Dieses unterstützt mich super.»

Schon 2019 war Markus Jell Deutscher Meister und Teilzeit-Fahrer in der WM. Dann kamen Corona und die restriktiven Regierungsmaßnahmen, sodass auch der Altfraunhofener seine Eisspeedway-Aktivitäten weitgehend ruhen ließ. Dennoch ist er sich sicher, gegenüber 2019 einen Schritt nach vorne gemacht zu haben. «Ich habe in der Corona-Zeit voll durchtrainiert, allerdings kein Eisspeedway. Dennoch war das ein Riesenbonus. Ich glaube schon, dass das ein kleiner Schlüssel dazu war, wie es jetzt funktioniert. Nach oben ist auf alle Fälle noch Luft. Ich freue mich jetzt erst einmal auf den Sommer und werde viel Flattrack, Motocross und Rennrad fahren. Ab August werden wir dann wieder für den Winter planen.»

WM-Endstand:

1. Martin Haarahiltunen (S), 40 Punkte
2. Franz Zorn (A), 32
3. Harald Simon (A), 32
4. Luca Bauer (D), 30
5. Niclas Svensson (S), 24
6. Markus Jell (D), 22
7. Stefan Svensson (S), 21
8. Mats Järf (FIN), 19
9. Jimmy Olsen (S), 15
10. Jo Saetre (N), 13
11. Max Koivula (FIN),
12. Andrej Divis (CZ), 9
13. Lukas Hutla (CZ), 9
14. Bennedikt Monn (D), 6
15. Franz Mayerbüchler (D), 4
16. Hans Weber (D), 3
17. Sebastian Reitsma (NL), 1
18. Max Niedermaier (D), 0

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