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2. Training Monaco: Leclerc 1., Verstappen hat Sorgen

Von Mathias Brunner
Charles Leclerc im Ferrari

Charles Leclerc im Ferrari

​Zweites Training zum Monaco-GP: Charles Leclerc erzielt im Ferrari die Bestzeit, Max Verstappen berührt die Pistenbegrenzung und ist mit dem Auto unzufrieden, Lewis Hamilton verblüfft mit Platz 2.

Der dreifache GP-Sieger Carlos Sainz sagt: «Alles in Monaco dreht sich ums Vertrauen ins Auto. Du musst von Training zu Training nicht nur die Abstimmung verbessern und dich der Entwicklung der Piste anpassen, du musst auch mit jeder Runde Mumm tanken, du musst hier einen Rhythmus finden und am Samstag dann idealerweise mit dem Höchstmass an Selbstvertrauen auf die Bahn gehen.»

Ein Unfall im freien Training bedeutet: Kostspielige Teile kaputt, viel Arbeit für die Mechaniker, Rhythmus des Piloten gebrochen.

Die Monegassen und die Tifosi freuen sich: Charles Leclerc im Ferrari auf mittelharten Reifen fast so schnell wie die Fahrer vor ihm auf weichen. Am anderen Ende der Wohlfühlskala im ersten Training: Max Verstappen im Auto von Red Bull Racing. Der Wagen lag unruhig, besonders bei der Monaco-üblichen Randstein-Hoppelei. Mercedes konkurrenzfähiger als an den Rennwochenenden zuvor.

Das zweite Training begann bei 20 Grad Lufttemperatur, die Bahn 32 Grad warm, viele Wolken am Himmel, Regenwahrscheinlichkeit bei 20 Prozent. Bei strammem Wind gingen alle Piloten sofort hinaus, jede Runde zählt, in Monaco wird nicht taktiert, die Fahrer auf mittelharten und harten Reifen. Alle Fahrer sparen weiche Pirelli, so sehr es geht.

Schon die ersten Runden machten klar: Verkehr wird wieder ein riesiges Thema sein. Wer eine freie Runde erwischt, kann hier von Glück reden. Pérez entging am Casino der Leitschiene um Millimeter. So gut machte das Logan Sargeant im Williams nicht: Mauerkuss. Das gleiche unterlief Yuki Tsunoda im Wagen der Racing Bulls.

Die Zeiten purzelten, die Pistenentwicklung wird auch am Samstag rapide sein (Regenmöglichkeit mal beiseite). Verstappen zeigte auf harten Reifen besseren Speed als im ersten Training, aber gegen Leclerc im Ferrari war wenig zu machen. Noch kein Fahrer auf weichen Reifen nach 15 Minuten.

Stand: Leclerc, Hamilton, Norris, Verstappen, Sainz, Russell, Tsunoda.

Mercedes-Fahrer George Russell meldete sich am Funk: «Die Vibrationen beim Bremsen sind so übel, ich kann kaum das Lenkrad halten.» Dafür hat Russell den neuen Frontflügel am Wagen, Hamilton fährt an diesem Wochenende mit dem bisherigen. Es gibt vom neuen Teil nur ein Stück.

Max Verstappen am Funk: «Ich springe wie ein Känguru, ich bekomme Kopfweh, das ist verrückt.»

Nach 20 Minuten Leclerc im Ferrari als erster Fahrer unter 72 Sekunden, tolle neue Bestzeit. Zur Erinnerung: Leclerc stand hier noch zwei Mal auf Pole (aber noch nie auf dem Siegerpodest).

Nach 25 Minuten endlich Fahrer mit weichen Pirelli auf der Bahn: Leclerc eine halbe Sekunde vor Verstappen!

Sergio Pérez am Funk: «Das Auto liegt wahnsinnig unruhig, ich habe Mühe, in Kurve 3 den Scheitelpunkt zu sehen.»

Max Verstappen prallte vor der Portier-Kurve links an die Leitschiene, sein Tag wurde nicht besser. Der Niederländer knurrte: «Ich bin in die verdammte Mauer geprallt.» Der Schlag war erheblich, Max brachte sein Auto zum Check an die Box zurück.

Das läuft nicht nach Wunsch bei Red Bull Racing. Später wurde Verstappen von Tsunoda eingebremst, was seine Laune nicht verbesserte.

Formel-1-Champion Jenson Button fällt auf: «Wir sehen viel mehr Leitschienenberührungen als sonst. Die Strecke baut noch keinen Grip auf, und die Bodenunebenheiten sind übel.»

Ferrari-Ass Leclerc hatte Glück, bei einem Rutscher in der Loews-Links den Leitschienen zu entgehen.

Ein Lebenszeichen von Fernando Alonso mit Aston Martin nach 30 Minuten: zweitbeste Zeit hinter Leclerc. Zuletzt hatten wir den Eindruck, dass die Grünen im Entwicklungsrennen zurückgefallen sind. Dann regte sich der zweifache Champion für seinen Landsmann Carlos Sainz auf: «Er will sich vor mir wohl eine Dreiminuten-Lücke schaffen.»

Alle fragen sich, wie echt der Speed von Mercedes ist. Nach 40 Minuten Hamilton wieder auf Platz 2 hinter Leclerc, aber vor Alonso.

Schlusswort von Formel-1-Champion Jenson Button: «Max Verstappen wird hier am Samstag alles aus dem Auto von Red Bull Racing holen und ein wenig zaubern müssen, um vorne zu sein. Den besten Eindruck macht derzeit Charles Leclerc im Ferrari.»

2. Training, Monaco

01. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:11,278 min
02. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:11,466
03. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:11,753
04. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:11,813
05. Lando Norris (GB), McLaren, 1:11,953
06. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:11,962
07. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:12,062
08. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:12,099
09. Alex Albon (T), Williams, 1:12,257
10. George Russell (GB), Mercedes, 1:12,260
11. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, 1:12,349
12. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:12,366
13. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:12,473
14. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:12,554
15. Nico Hülkenberg (D), Haas, 1:12,569
16. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, 1:12,577
17. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:12,750
18. Logan Sargeant (USA), Williams, 1:12,790
19. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, 1:13,057
20. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, 1:13,773

1. Training, Monaco

01. Lewis Hamilton (GB), Mercedes, 1:12,169
02. Oscar Piastri (AUS), McLaren, 1:12,198
03. George Russell (GB), Mercedes, 1:12,295
04. Lando Norris (GB), McLaren, 1:12,396
05. Charles Leclerc (MC), Ferrari, 1:12,397
06. Fernando Alonso (E), Aston Martin, 1:12,775
07. Lance Stroll (CDN), Aston Martin, 1:12,789
08. Yuki Tsunoda (J), Racing Bulls, 1:12,875
09. Daniel Ricciardo (AUS), Racing Bulls, 1:12,901
10. Carlos Sainz (E), Ferrari, 1:12,954
11. Max Verstappen (NL), Red Bull Racing, 1:12,987
12. Sergio Pérez (MEX), Red Bull Racing, 1:13,229
13. Valtteri Bottas (FIN), Sauber, 1:13,248
14. Kevin Magnussen (DK), Haas, 1:13,390
15. Alex Albon (T), Williams, 1:13,425
16. Nico Hülkenberg (D), Haas, 1:13,576
17. Logan Sargeant (USA), Williams, 1:14,150
18. Esteban Ocon (F), Alpine, 1:14,159
19. Guanyu Zhou (RCH), Sauber, 1:14,570
20. Pierre Gasly (F), Alpine, 1:17,356

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