Günther Steiner: Max Verstappen, das wäre ein Fehler

Max Verstappen
Dieses Gerücht kehrt zurück, so sicher wie ein australisches Wurfholz: Weltmeister Max Verstappen wird unterstellt, Red Bull Racing den Rücken zu kehren und zu Mercedes zu gehen. Einer, der das gerne in jedes freie Mikrofon spricht, ist McLaren-CEO Zak Brown.
Halten wir uns an die Fakten: Max Verstappen ist bis Ende 2028 bei Red Bull Racing unter Vertrag. Red Bull-Motorsportberater Dr. Helmut Marko hat jedoch nie ein Geheimnis daraus gemacht, dass im Abkommen mit dem Niederländer gewisse Leistungsklauseln verankert sind.
Branchenüblich ist in solchen Fällen, dass ein Pilot oder ein Team zu einem bestimmten Zeitpunkt der Weltmeisterschaft ein Mindestziel erreicht haben muss (entweder an Platz oder an Punkten), andernfalls der Fahrer weggehen kann; oder – und auch das kommt vor – das Team seinen Piloten aus dem Vertrag entlassen kann.
Gleichzeitig dürfen wir drei Aspekte nicht ausser Acht lassen: Erstens gehört es zum Rüstzeug aller Teams, Rivalen mit geschickt in den Medien platzierten Gerüchten zu destabilisieren.
Zweitens sollten die Leute niemals unterschätzen, wie loyal Max Verstappen ist. Er weiss es zu schätzen, wie sich damals Dr. Helmut Marko dafür starkgemacht hat, dass aus Max ein Red Bull-Fahrer wird, um zunächst mit Toro Rosso, dann mit Red Bull Racing Formel 1 zu fahren.
Drittens ist Max Verstappen einer, der sich an Widerständen steigert. Nach seinem vierten WM-Titel hat der Niederländer gesagt, dass dies sein vielleicht wertvollster Titel gewesen sein, weil er eben nicht mehr im besten Auto sass und sich dennoch durchgesetzt hat.
Der langjährige Haas-Teamchef Günther Steiner hat sich im Podcast Red Flag zur Lage des Niederländers geäussert. Der Südtiroler Steiner meint: «Max wird erst mal in Ruhe sehen, wie Red Bull Racing im Jahr 2026 abschneidet – denn wenn er eine Entscheidung schon für das Jahr 2025 trifft, dann wäre das ein Fehler, er weiss ja gar nicht, was auf ihn vor dem Hintergrund des neuen Reglements zukommt.»
«Erst 2026 lässt sich abschätzen, wer konkurrenzfähig ist und wer weniger. Mit einer Entscheidung schon davor könnte er sich komplett irren. Aber ehrlich gesagt, kenne ich die ganzen Verträge und Abmachungen nicht.»