MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Vor Aufregung: Gerd Riss konnte Erik nicht zusehen

Von Ivo Schützbach
Zwei Weltmeister aus einer Familie: Gerd (li.) und Erik Riss

Zwei Weltmeister aus einer Familie: Gerd (li.) und Erik Riss

Als Fahrer wurde Gerd Riss auf der Langbahn achtmal Einzel-Weltmeister. Wie es als Vater ist, durfte er am Sonntag mit seinem 19-jährigen Sohn Erik Riss in Mühldorf erleben.

«Ich habe arg gezittert und mich so gefreut – selber habe ich mich gar nie so gefreut, wenn ich Weltmeister wurde, vielleicht beim ersten Mal», sagte Rekordchampion Gerd Riss nach dem Titelgewinn seines jüngsten Sohnes Erik auf der 1000-Meter-Sandbahn in Mühldorf. «Das war extrem, die Aufregung. In jedem Lauf musste er Punkte fahren, er ist immer gut gefahren. Zweimal hatte er in den Vorläufen einen guten Startplatz, dreimal musste er aber auch von einem nicht so guten wegfahren. Von gelb hat er den Start gewonnen, das war unglaublich.»

Was hast du dir bei dem Rollstart im Finale gedacht? Der hätte genau so gut ins Band gehen können. «Ich habe das nicht gesehen. Ich konnte nicht zuschauen, erst wenn das Startband hoch war, habe ich geguckt, dann wieder weggeguckt, dann habe ich zughört, was der Sprecher sagt und dann wieder zugeschaut. Wenn die eigenen Kinder fahren, das ist brutal. Das glaubst du nicht, was das für eine Aufregung für einen ist.»

Jetzt ist Erik mit 19 Jahren der jüngste Weltmeister aller Zeiten, Steigerungen werden schwierig. «Ich bin 1991 mit 26 Jahren Weltmeister geworden und war schon acht Jahre dabei, dreimal im Weltfinale. Er ist das erste Jahr dabei und wird gleich Weltmeister, das ist unglaublich. In so einem Rennen braucht man ja auch Nerven, grade im Halbfinale und im Endlauf, das hat er gut gemacht.»

Erik Riss hat stets betont, dass er zwar Riss heißt und auf seinen Vater unglaublich stolz ist, er aber seinen eigenen Weg gehen muss und auch will. Bislang hat er das wie keiner vor ihm getan. Wie wird er mit den Erfolgen umgehen? «Er ist ein brutaler cooler und lockerer Hund», meint sein Vater. «Er nimmt das gar nicht so ernst. Wenn ich ihn jetzt frage, ob er lieber Langbahn oder Speedway fährt, dann wird er Speedway sagen, so ist er. Das geht jetzt halt so weiter. Nächstes Jahr wird er wieder Seedway fahren, dazu ein paar Langbahnrennen und die WM.»

Neben seinem grandiosen Talent kann Erik Riss auf perfektes Material bauen, dazu auf über 25 Jahre Rennerfahrung von Gerd. Wie groß war dein Beitrag zu diesem Titel, fragte SPEEDWEEK.com den stolzen Vater. «Ein bisschen was habe ich schon dazu beigetragen. Ich habe ihm bei den Startplätzen gesagt, wo er hinstehen muss. Als er auf gelb wegfuhr sagte ich, dass er ganz rechts hinstehen muss. Als er auf blau wegfuhr sagte ich ihm, dass er ganz nach innen soll. Als er auf rot starten musste, habe ich mir vorher den Startplatz angeschaut und ihm danach gesagt, dass er ganz nach innen stehen muss. Das hat ihm glaube ich schon etwas geholfen. Ich habe immer noch mein Büchle, was für eine Abstimmung ich früher gefahren bin. In Mühldorf war es schwierig, weil sie vor zwei Jahren einen neuen Bahnbelag draufgemacht haben, ich bin auf dem gar nie gefahren. Wir sind eine Übersetzung gefahren, zwei Zähne schneller als ich vor fünf Jahren.»

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