MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Gino Borsoi: Rückstand halbiert – Miller überragend!

Von Thomas Kuttruf
Kurz vor Start des US-GP: Gino Borsoi bei Jack Miller

Kurz vor Start des US-GP: Gino Borsoi bei Jack Miller

Im Spektakel des Red Bull Grand Prix of the Americas ging einer sportlichen Höhepunkte beinahe unter. Jack Miller robbte sich auf der Yamaha M1 wieder an MotoGP-Elite. Pramac-Manager Borsoi jubelte.

Zugegeben, man hat sich in den letzten Jahren an die hohe Sichtbarkeit von Pramac Racing an der Spitze MotoGP gewöhnt. Schuld daran war besonders Jorge Martin, der in den letzten beiden MotoGP-Kampagnen konstant um Siege kämpfte und erst vor wenigen Monaten seine Mission des Titelgewinns erfolgreich beendete.

Nach dem Gewinn der Team-Weltmeisterschaft 2023 (mit Martin und Zarco) und der Krönung mit der Fahrer-Meisterschaft durch den «Martinator» war die unabhängige Mannschaft im Olymp des GP-Sports angekommen.

Dann der radikale Wechsel. Man fiel sich einmal in die Arme mit den Kollegen aus Bologna und das war es dann nach über 20 Jahren mit «Pramac-Ducati». Am Montag nach dem Saisonfinale mutierte die Mannschaft zum Yamaha-Partner. Martin und Morbidelli zogen aus – Miller und Oliveira an. Ab den Wintertests in Asien hatte sich das von Gino Borsoi gemanagte Team auf Augenhöhe mit der Yamaha-Mannschaft gezeigt.

Beim dritten GP-Event der neuen Pramac-Yamaha-Ära folgte nun auch der Durchbruch im Rennen – und das ausgerechnet mit Jack Miller, der noch vor wenigen Minuten vor einer ungewissen MotoGP-Zukunft stand. Zwar profitierte der Australier während des gesamten COTA-Wochenendes von den schwierigen Bedingungen – doch eben auch diese Anpassungsfähigkeit ist eine Qualität.

Als Miller, der mit Frau und Tochter nach Texas gereist war, im Ziel auf Platz 5 angekommen war, stieg in der Garage von Pramac Racing eine kleine Siegesfeier. Miller hatte die Mannschaft bestens in Szene gesetzt und auch Augusto Fernandez gelang es, in dem Tumult-Rennen sauber abzuschließen.

Teammanager Gino Borsoi: «Es war ein unglaubliches Wochenende, an dem beide Fahrer hervorragende Ergebnisse erzielt haben. Für Prima Pramac Yamaha ist eine Top-Fünf-Platzierung in dieser Phase der neuen Partnerschaft mit Yamaha fast wie ein Sieg!»

Für die hochdekorierte Mannschaft aus Italien stand dabei ein anderer Aspekt an oberster Stelle. Für Borsoi steht fest, dass Miller mit seiner Fahrt erstmals den eigentlichen Entwicklungsfortschritt der Yamaha-Techniker in einem Rennen umsetzen konnte.

Ex-GP-Pilot Borsoi: «Noch wichtiger ist die Tatsache, dass Jacks Rückstand auf die Spitze nur 11 Sekunden betrug – im Vergleich zu 22 Sekunden im letzten Jahr –, was die bedeutenden Fortschritte, die wir machen, unterstreicht. Yamaha und unser Team haben sich kontinuierlich verbessert, und zumindest auf dieser Strecke haben wir unseren Rückstand halbiert, was ein starker Indikator dafür ist, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Jack ist einfach überragend – er hat sein Herz in das Rennen gesteckt und eine beeindruckend konstante Pace gehalten.»

Auch wenn Miller bewies, dass die Yamaha besser als ihr Ruf ist und alle M1-Piloten beim Grand Prix of Americas Punkte holten – so war es am Ende doch nur der Aussie, der es weit nach vorne brachte. Referenz Fabio Quartararo, die 22 Sekunden 2024 auf Maverick Vinales liegen ließ, brauste nun 18 Sekunden hinter Sieger Bagnaia über die Ziellinie.

Umso spannender wird aus Yamahas Sicht die nächste Runde der WM in Katar. Denn anders als in Austin ist auf dem Wüstenkurs von Losail mit konstanten Rahmenbedingungen und einer über das Wochenende steigenden Haftung zu rechnen. Unabhängig vom Einzelergbnis: Wichtigstes Ziel des Joint-Ventures mit Yamaha ist es, schnellstmöglich vom letzten Platz der Konstrukteurswertung wegzukommen.

Ergebnisse MotoGP COTA, Grand Prix (30. März):

1. Francesco Bagnaia (I), Ducati, 39:00,191 min
2. Alex Márquez (E), Ducati, +2,089 sec
3. Fabio Di Giannantonio (I), Ducati , +3,594
4. Franco Morbidelli (I), Ducati, +10,732
5. Jack Miller (AUS), Yamaha, +11,857
6. Marco Bezzecchi (I), Aprilia, +12,238
7. Enea Bastianini (I), KTM, +12,815
8. Luca Marini (I), Honda, +15,646
9. Ai Ogura (J), Aprilia, +16,344
10. Fabio Quartararo (F), Yamaha, +18,255
11. Alex Rins (E), Yamaha, +24,256
12. Raúl Fernández (E), Aprilia, +27,938
13. Augusto Fernandez (E), Yamaha, +35,740
14. Maverick Viñales (E), KTM, +42,724
15. Lorenzo Savadori (I), Aprilia, +46,397
16. Somkiat Chantra (T), Honda, +1:03,601
17. Johann Zarco (F), Honda, +2 Runden
– Marc Márquez (E), Ducati
– Fermin Aldeguer (E), Ducati
– Brad Binder (ZA), KTM
– Pedro Acosta (E), KTM
– Joan Mir (E), Honda

WM-Stand nach 6 von 44 Rennen:

1. A. Marquez, 87 Punkte. 2. M. Marquez 86. 3. Bagnaia 75. 4. Morbidelli 55. 5. Di Giannantonio 44. 6. Ogura 25. 7. Zarco 25. 8. Bezzecchi 24. 9. Marini 20. 10. Miller 19. 11. Binder 19. 12. Bastianini 16. 13. Acosta 16. 14. Quartararo 16. 15. Mir 10. 16. Rins 10. 17. Viñales 6. 18. R. Fernandez 25. 19. Aldeguer 3. 20. A. Fernandez 3. 21. Oliveira 2. 22. Savadori 1. 23. Chantra 0.

Konstrukteurs-WM:
1. Ducati, 111 Punkte. 2. Honda 36. 3. KTM 34. 4. Aprilia 33. 5. Yamaha 28.

Team-WM:
1. Ducati Lenovo Team, 161 Punkte. 2. Pertamina Enduro VR46 Racing 99. 3. BK8 Gresini Racing 90. 4. Red Bull KTM Factory Racing 35. 5. Trackhouse MotoGP Team 30. 6. Honda HRC Castrol Team 30. 7. Monster Energy Yamaha 26. 8. Aprilia Racing 25. 9. LCR Honda Castrol 25. 10. Prima Pramac Yamaha Racing 24. 11. Red Bull KTM Tech3 22.

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