MotoGP: Pedro Acosta über seine Ansprüche

Dorna hat kein Problem mit der Kawasaki-Dominanz

Von Ivo Schützbach
Jonathan Rea, dann Tom Sykes - ein solches Bild sahen wir in den vergangenen drei Jahren häufig

Jonathan Rea, dann Tom Sykes - ein solches Bild sahen wir in den vergangenen drei Jahren häufig

Die seit drei Jahren anhaltende Dominanz von Kawasaki, insbesondere mit Jonathan Rea, langweilt zunehmend die Fans. Für die Dorna als Promoter der Superbike-WM ist aber nicht das 'wer' entscheidend, sondern das 'wie'.

Mit 16 Siegen und 24 Podestplätzen in 26 WM-Läufen zeigte Jonathan Rea 2017 eine Überlegenheit, wie kaum einer vor ihm. Niemand holte so viele Podestplätze in einer Saison, niemand so viele Punkte (556), und nur Doug Polen war mit einem Sieg mehr in der Saison 1991 erfolgreicher.

Doch anstatt den Nordiren für seine Leistungen zu bewundern, sind immer mehr Fans gelangweilt. Nicht, weil sie die sportliche Leistung von Rea nicht zu würdigen wissen, sondern weil es für die Kombination aus der Werks-Kawasaki und dem 30-Jährigen nur selten Gegner gibt. «Das Problem ist nicht, dass immerzu der gleiche Fahrer gewinnt», meint dagegen Gregorio Lavilla, Sport-Direktor der Superbike-WM. «Es ist die Frage, wie er gewinnt.»

«Sollte Jonathan Rea mit den neuen Regeln nächstes Jahr alle Rennen gewinnen, weil er der beste Fahrer ist, weil er sich in der letzten Kurve durchsetzt, oder weil er mit den Reifen am Besten umgeht, dann ist nichts anders als dieses Jahr. Er startete dieses Jahr so oft von Startplatz 9, und führte nach einer Runde mit einer Sekunde Vorsprung», sagte der Spanier weiter. «Uns stört nicht, dass Johnny gewinnt. Aber wir wollen die anderen auf seinen Level bringen. Wenn alle Hersteller auf einem Level sind und Johnny weiter gewinnt, dann sind seine Siege umso wertvoller. Dann wird ihn das Publikum mit anderen Augen sehen. Heute fragen sich die Fans, wie viel er und wie viel sein Motorrad zu diesen Resultate beitragen.»

Der 43-jährige Dorna-Manager weiter: «Als Márquez 2014 zehn Rennen in Folge gewann, erwartete jeder, dass er weiter gewinnt. Jeder wollte sehen, wie er den Rekord bricht. Seine Siege waren so hart erkämpft, dass niemand auf die Idee kam, dass er eine bessere Maschine hatte. Das machte seine Siege wertvoll.»

«Wir wollen mit den neuen Regeln die Fahrer aufwerten», unterstrich Lavilla im Gespräch mit SPEEDWEEK.com. «Wenn sie dafür sorgen, dass die Motorräder enger beisammen liegen, was machst du dann als Teammanager? Sicher ist es wichtig, ein gutes Motorrad zu haben. Dann wird es aber noch wichtiger, einen der besten Fahrer zu haben. Nächstes Jahr wird es wirklich hart. Deshalb ist meine Nachricht an die Privatteams, dass sie gute Fahrer auf ihre Maschinen setzen sollen. Sie haben nächstes Jahr keine Ausreden mehr für letzte Plätze. Wenn jemand das gleiche Material hat und trotzdem Sekunden hinten liegt, dann macht er seinen Job nicht richtig oder muss nach anderen Fahrern schauen.»


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