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TT2023: Wer sind dieses Jahr die Sieganwärter?

Von Helmut Ohner
Peter Hickman, Michael Dunlop, Dean Harrison oder Ben und Tom Birchall sind die Namen, die als erstes genannt werden, wenn man nach den Sieganwärtern für die diesjährige Tourist Trophy fragt.

Wenn es um den Sieg in einem der Rennen auf den Big-Bike geht, ist es zweifellos Peter Hickman, den es zu schlagen gilt. Seine Bilanz kann sich sehen lassen. Bei seinem Debüt 2014 drehte er die schnellste Runde eines Neulings. Drei Jahre später war er bei fünf Rennen als dreimal Zweiter und zweimal Dritter und damit ständiger Gast auf dem Siegertreppchen. 2018 folgte im Superstock-Rennen der längst fällige Premierensieg, den er mit seinem Triumph bei der Senior-TT bestätigen konnte. Seit 2018 hält der Brite mit 16:42,778 min (Schnitt 217,989 km/h) auch den Rundenrekord auf dem über 60 Kilometer langen Kurs.

Mit drei Siegen 2019 und vier Erfolgen 2023 war er der erfolgreichste Pilot der jeweiligen Jahre. Ihm könnte dieses Jahr auch gelingen, den Rekord von Ian Hutchinson – er fehlt heuer, weil ihm nach einem Schlaganfall vorsichtshalber die Lizenz entzogen wurde – von fünf Siegen in einem Jahr zu überbieten. Mit je zwei Läufen in den Klassen Supertwin, Supersport, Superstock und Superbike hat er dafür allerdings auch mehr Gelegenheiten als Hutchinson im Jahr 2010, der bis auf die Zero-TT für Motorräder mit Elektro-Antrieb, alle Solo-Rennen (1x Superbike, 1x Superstock, 2x Supersport und Senior-TT) gewonnen hatte.

Noch wird die ewige Bestenliste von der verstorbenen Straßenrennsportlegende Joey Dunlop mit 26 Siegen angeführt, doch ausgerechnet sein Neffe Michael Dunlop – er ist hinter John McGuinness (23) dritterfolgreichster Pilot bei der Tourist Trophy – ist ihm mit 21 ersten Plätzen dicht auf den Fersen. Vor allem auf seiner Supersport-Maschine ist der Nordire eine Macht und kaum zu besiegen. Auch bei den Supertwins ist mit ihm zu rechnen. Es könnte also durchaus der Fall eintreten, dass er nach der diesjährigen Tourist Trophy seinen Onkel an der Spitze der Bestenliste abgelöst hat.

Dean Harrison muss ebenfalls zum engsten Kreis der Sieganwärter gezählt werden. Vor vier Jahren lieferte sich der Brite in der Senior-TT einen denkwürdigen Zweikampf mit Hickman, in dem die Führung von Zwischenzeit zu Zwischenzeit wechselte. Nach sechs dramatischen Runden oder 360 Kilometern hatte er mit einem Vorsprung von lediglich 2,061 Sekunden das prestigeträchtigste Rennen der Woche als vielumjubelter Sieger beendet. Im Vorjahr fehlte mit drei zweiten und einem dritten Platz nicht viel, seinen drei bisherigen TT-Siegen einen weiteren hinzuzufügen.

Die Liste der aussichtsreichsten Außenseiter ist verhältnismäßig kurz, weil sich in den letzten Wochen Lee Johnston, Michael Sweeney, Nathan Harrison und Gary Johnson verletzt haben und fehlen werden. Mit Davey Todd, der im Vorjahr den Titel in der BSB Superstock geholt und nach zwei Siegen beim North West 200 viel Selbstvertrauen getankt hat, dem Einheimischen Conor Cummins, der mehrmals seinen ersten TT-Sieg knapp verpasst hat, Josh Brookes, der nach fünf Jahren ein Comeback auf der Isle of Man wagt, oder Jamie Coward und Paul Jordan gibt es einige heiße Anwärter auf einem Platz auf dem Siegespodest.

Alles andere als ein Sieg von Ben und Tom Birchall in den Rennen der Seitenwagen-Klasse käme einer mittelgroßen Sensation gleich. Wenn die britischen Brüder nicht vorzeitig ausgeschieden sind, haben sie seit 2013 alle Rennen für sich entschieden. Damit hat Tom Birchall so viele Siege gefeiert wie kein anderer Beifahrer bei der TT. Darüber hinaus sind sie bei den Dreirädern die Einzigen, die eine Runde auf dem Snaefell Mountain Course unter der magischen 19-Minuten-Marke absolviert haben. Ihr Rundenrekord steht bei 18:59,018 Minuten (Schnitt 191.914km/h). Im Vorjahr verpassten sie nur knapp ihre eigene Bestmarke.

Am ehesten könnten die Newcomer von der Isle of Man Ryan Crowe/Callum Crowe, dem TT-Sieger 2013 Tim Reeves mit seinem Beifahrer Mark Wilkes sowie Pete Founds/Jevan Walmsley zugetraut werden, die lange Siegesserie von Birchall/Birchall zu durchbrechen. Auch Manxman Dave Molyneux, mit 17 Siegen der erfolgreichste Seitenwagen-Pilot in der Geschichte der Tourist Trophy, der wieder seinen Landsmann Daniel Sayle an seiner Seite haben wird, könnte im Kampf um den Sieg mitmischen, vorausgesetzt er bekommt die technischen Probleme in den Griff, die ihn in den letzten Jahren hartnäckig verfolgt haben.

TT-Zeitplan der Rennwoche
03.06. Supersport 1
03.06. Seitenwagen 1
04.06. Superbike-TT
06.06. Superstock 1
06.06. Supertwin 1
07.06. Supersport 2
07.06. Seitenwagen 2
09.06. Superstock 2
09.06. Supertwin 2
10.06. Senior-TT

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