Chile: Tänak wieder Sieger, Toyota wieder Meister

Von Toni Hoffmann
Wie bei der Premiere der Rallye Chile 2019 in der Weltmeisterschaft (WRC) drückte Ott Tänak, diesmal im Ford Puma Rally1, den Stempel der Überlegenheit auf. Toyota feiert die vorzeitige Hersteller-Titelverteidigung.

Die diesjährige Saison der Rallye-Weltmeisterschaft ist für M-Sport Ford eine wahre Achterbahn. Nach dem Down in Griechenland mit dem vierten Platz von Ott Tänak im einzigen Ford Puma Rally1 kletterte der Este wieder nach ganz oben. Ziemlich überlegen wiederholte der Schweden-Sieger seinen Chile-Triumph von 2019 (damals in Toyota). 2019 waren es 23,1 Sekunden auf Sébastien Ogier (Citroën), 2023 waren es dagegen schon 42,1 Sekunden vor dem WRC-Dritten Thierry Neuville im Hyundai i20 Rally1. Thierry Neuville verdrängte beim zweiten Chile-Einsatz seinen Horror-Unfall von 2019 und erkämpfte sich im chilenischen Frühling diesmal den Ehrenrang.

«Es einfach toll, nun endlich ein solches Ergebnis hier wieder erreicht zu haben. Wir haben zwar nicht viele Leute, aber die haben einen tollen Job gemacht. Und Chile war ein besonderer Platz», freute sich Tänak über seinen zweiten Saisonsieg und den zweiten Chile-Erfolg. Für Ford war es der 94. WRC-Volltreffer. Inwieweit sein 19. Gesamtsieg die ihm angedichteten Abwanderungsgedanken von M-Sport beeinflussen könnte, gab Tänak keine Information.

«Ich habe meine Reifen für die letzte Prüfung geschont. Die Rallye war, um ehrlich zu sein, ein ereignisreicher Event für uns», führte Neuville an.

Sein Teilzeit-Teamkollege Teemu Suninen lag bis zu vorletzten Prüfung auf dem zweiten Platz, dann ging ihm auf der 15. Prüfung die Straße aus und er landete kurz vor dem Ziel neben der Schotterpiste im Rallye-Aus. Neuville: «Es ist eine Schande, was Teemu passiert ist. Er fuhr eine tolle Rallye.» Dort musste auch der Emil Lindholm, WRC2-Titelgewinner von 2022, auf P19 nach einem Unfall mit dem Hyundai i20 Rally2 das Aus melden. Bereits auf der ersten Prüfung verlor das im unterfränkischen Alzenau agierende WM-Team von Hyundai Esapekka Lappi ebenfalls durch einen Unfall. Damit kam Neuville im einzigen Hyundai i20 Rally1 ins Ziel.

Neuville als einziger Punktelieferant für Hyundai und die Punkteränge drei und vier von Evans und Rovanperä reichten dem Champion Toyota zur vorzeitigen erfolgreichen Titelverteidigung.

Das Titelrennen ist dank Tänak für die zwei noch offenen Läufe wieder spannend geworden. Statt der möglichen vorzeitigen Meisterfeier ist es an der Tabellenspitze wieder etwas enger für den Titelverteidiger geworden. Rovanperä musste an seinem 23. Ehrentag (1. Oktober) auf das Geburtstagsgeschenk mit der vorzeitigen Titelverteidigung verzichten und reist nun mit 223 Punkten und nur noch mit 31 Zählern, zuvor 33, auf den Teamkollegen Evans zur neuen Zentral Europa Rallye, der vorletzten Saisonstation Ende Oktober. «Das war in der Tat nicht das beste Wochenende für uns. Das Wochenende war schon seit dem Start schwierig und die Reifenwahl nicht die beste», gestand Rovanperä, dem mit einem Abstand von 2:30,5 Minuten Takamoto Katsuta im dritten offiziellen Toyota folgte.

In der WRC2 ging das komplette Podium an Škoda-Piloten. Dort siegte erneut Oliver Solberg im Fabia RS Rally2, diesmal 25,8 Sekunden vor Gus Greensmith und 1:02,1 Minuten vor Sami Pajari. «Für mich ist die Meisterschaft vorbei. Es war ein langes Jahr, aber das Fahren hat Spaß gemacht», sagte Solberg. Mit dem vierten Kategorie-Rang (+ 1:35,4) behauptete Yohan Rossel im Citroën C3 Rally2 seinen zweiten Tabellenplatz, vier Punkte hinter dem Škoda-Piloten Andreas Mikkelsen, der auf einen Start verzichtete.

Der chilenische Veranstalter gab sich alle Mühen, einen guten WRC-Lauf zu organisieren. Diesmal waren die Prüfungen, zum größten Teil neu, etwas selektiver und herausfordernder als bei der Premiere 2019. Kritik blieb größtenteils aus. Die Rallye Chile mit unzähligen Zuschauern half jedoch, das wirtschaftlich und politisch angeschlagene Land besser zu repräsentieren.

 

Endstand nach 16 Prüfungen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Zeit

1

Tänak/Järveoja (EE), Ford

3:06:38,1

2

Neuville/Wydaeghe (B), Hyundai

+ 42,1

3

Evans/Martin (GB), Toyota

+ 1:06,9

4

Rovanperä/Halttunen (FIN), Toyota

+ 2:11,0

5

Katsuta/Johnston (J/IRL), Toyota

+ 4:41,5

6

Solberg/Edmondson (S/GB), Škoda

+ 8:18,5

7

Greensmith/Andersson (GB/S), Škoda

+ 8:44,3

8

Pajeri/Mäkönen (FIN), Skoda

+ 9:20,6

9

Rossel/Dunand (F), Citroën

+ 9:53,9

10

Gryazin/Aleksandrov (ANA), Skoda

+ 10:08,2

 

 

Fahrer-WM Stand nach 11 von 13 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Kalle Rovanperä (FIN), Toyota

217

2

Elfyn Evans (GB), Toyota

186

3

Thierry Neuville (B), Hyundai

155

4

Ott Tänak (EE), Ford

146

5

Sébastien Ogier (F), Toyota

99

6

Esapekka Lappi (FIN), Hyundai

98

7

Takamoto Katsuta (J), Toyota

77

8

Dani Sordo (E), Hyundai

63

9

Teemu Suninen (FIN), Hyundai

34

10

Oliver Solberg (S), Škoda

33

                                                          

 

Hersteller-WM Stand nach 11 von 13 Läufen

 

Pos.

Team/Nat/Fahrzeug

Punkte

1

Toyota Gazoo Racing WRT

466

2

Hyundai Shell Mobis WRT

360

3

M-Sport Ford WRT

247

Siehe auch

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