Formel 1: Reaktion auf Sabotage-Vorwurf

Doppelsieg in Berlin: Jaguar rückt Porsche näher

Von Gerhard Kuntschik
Mitch Evans

Mitch Evans

Sao Paulo war kein Einzelfall: Jaguar unterstrich auch im ersten Berliner E-Prix, dass das britische Team derzeit in Kombination von Leistung, Effizienz und Strategie kaum zu schlagen ist.

Denn auf dem Tempelhof-Kurs schrieben Mitch Evans und Sam Bird mit dem ersten Jaguar-Doppelsieg in der FE-Geschichte (Jaguar ist seit Saison drei dabei) ein neues Erfolgskapitel. Und mit den Plätzen vier und fünf für den Quali-Schnellsten Sébastien Buemi und Nick Cassidy in den Envision Virgin-Rennern zeigte auch das Jaguar-Kundenteam erneut auf – wobei der Neuseeländer mit 19 Überholmanövern zum nun zweiten WM-Rang hinter Pascal Wehrlein stürmte.

Vor dem zweiten Berlin-Rennen hält der Porsche-Star, der Sechster wurde, mit 94 Zählern noch bei 23 Punkten Vorsprung auf Cassidy. Evans verbesserte sich von Platz neun auf vier, liegt nach seinem achten FE-Sieg aber noch 30 Zähler hinter Wehrlein und überholte dabei den Teamkollegen Bird.

Mindestens so viel Jubel wie beim Siegerduo gab es bei Maserati über Platz drei für Max Günther, der in einer schwierigen Debütsaison für die Italiener bisher vergeblich Punkten hinterherjagte. „Es fühlt sich grandios an. Ich fragte mich schon in den vergangenen Wochen, was ich noch tun sollte. Heute passte es. Die Jaguar-Jungs konnte ich nicht holen, auch weil ich Energie sparen musste. Aber ich schaffte Buemi in der letzten Kurve (um elf Hundertstel, Anm.). Sieben Runden vor Schluss dachte ich mir, heute könnte es endlich etwas werden mit einem Top-Fünf-Ergebnis. Dritter ist natürlich noch schöner“, sagte der Deutsch-Österreicher, der 2020 schon einen Sieg in Berlin verbuchen konnte (damals im BMW-Andretti).

«Das ist ein historischer Tag für Jaguar, für den das ganze Team so hart arbeitete. Unsere fantastische Mannschaft konnte eine perfekte Strategie umsetzen, Mitch und Sam fuhren absolut fehlerlos», schwärmte Jaguar-Teamchef James Barclay.

Evans blieb dagegen fast emotionslos: «Es ging oft sehr eng zu, da musste man wirklich bei jedem Manöver aufpassen. Es waren heute wichtige Punkte in Sachen WM.» Für Sam Bird war das Rennen «tricky, keiner wollte länger ganz vorn fahren, um nicht zu viel Energie zu verlieren. Wir waren heuer überall schnell, aber wir erreichten nicht immer die Ergebnisse, zu denen wir fähig waren. Heute aber war perfekt.»

Pascal Wehrleins im Finish gesicherter sechster Platz brachte wichtige Punkte, doch der Sigmaringer hatte kein einfaches Rennen von Startplatz 15, weil die Energieanzeige «komische Daten meldete. Mein Start war nicht gut, aber ich konnte dann doch etliche Positionen aufholen.»

Nach dem unverschuldeten Ausfall von Antonio Felix da Costa (der vom Andretti-Piloten Jake Dennis getroffen wurde) war André Lotterer im Andretti-Porsche dritter Deutscher in den Punkten, zu Platz acht kam die schnellste Rennrunde. Der Schweizer Nico Müller lag etliche Runden in den Top Ten, doch die ersten Punkte für Abt wollten wieder nicht gelingen – Rückfall im Finish nach Energieproblemen auf Rang 15 hinter Teamkollegen Robin Frijns. Und für McLaren-Pilot René Rast war es «ein Tag zum Vergessen, es ging nur nach hinten statt vorwärts. Die Kollision mit Sergio Sette Camara ging auf meine Kappe.» Rast wurde mit fünf Strafsekunden als 17. gewertet.

Jaguars Topform spiegelt sich auch in der Team-WM, in der die Briten (126) nur noch 26 Punkte Rückstand auf Porsche (152) haben. Noch dazwischen liegt Virgin (128). DS Penske (88) verlor nach Rang sieben von Jean-Éric Vergne und dem Ausfall von Weltmeister Stoffel Vandoorne deutlich an Boden.


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