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Langbahn-Team-WM: Wird Erik Riss zum deutschen Joker?

Von Susi Weber
Erik Riss

Erik Riss

Der 28-jähriger Bad Wurzacher Erik Riss wurde für Deutschland für die Langbahn-Team-WM in Roden nominiert. Seine bisherige Saison ist wegen Krankheit durchwachsen.

Platz 6 bei der Deutschen Speedway-Meisterschaft in Güstrow war nicht gerade das, was sich Erik Riss am vergangenen Wochenende erhofft hatte. Dennoch gibt es Grund zur Freude. Der Bad Wurzacher wurde zum vierten Mal für die deutsche Nationalmannschaft nominiert – und wird am kommenden Sonntag im niederländischen Roden bei der Langbahn-Team-WM als Teil der Mannschaft versuchen, den Titel für Deutschland zu verteidigen.

2022 sicherte Riss dem Team Germany mit seinem Sieg im alles entscheidenden Tagesfinale des «Long Track of Nations», der Team-Weltmeisterschaft auf der Langbahn, die Goldmedaille nach einer für die Deutschen entbehrungsreichen Zeit. 2017 war man davor letztmals Weltmeister geworden, im Übrigen im niederländischen Roden. Zu dieser Zeit hatte sich der zweifache Langbahn-Einzel-Weltmeister voll der kürzeren Speedwaybahn verschrieben und der Langbahn den Rücken gekehrt. Eine – durchaus fulminante – Rückkehr ins Team gab es erst wieder 2022. Davor war Riss 2014 im finnischen Forssa und 2015 im bayrischen Mühldorf mit dabei. Während Deutschland aus dem hohen Norden mit Gold zurückkehrte, reichte es in Mühldorf «nur» zu Platz 2. Aber auch damals holte Riss für die Deutschen die Kohlen aus dem Feuer und siegte im Stechen um Silber gegen die Finnen.

Inzwischen hat sich der Modus geändert: Die in den Vorläufen errungenen Punkte entscheiden lediglich darüber, ob eine Nation ins Finale der beiden bestplatzierten Mannschaften einzieht oder um die Ränge 3 und 4 ringen muss. Dann beginnt die Weltmeisterschaft sozusagen wieder von Neuem. Nur der Ausgang des Finales entscheidet – unabhängig davon, was zuvor an Punkten gesammelt wurde. «Da braucht es immer auch viel Glück im entscheidenden Moment», sagt Teammanager Josef Hukelmann. Er hat die deutsche Mannschaft schon neun Mal zum Titel geführt. Die Nummer 10 dürfte alles andere als ein leichtes Unterfangen werden.

Neben Riss werden auch der am Sonntag im Einzelwettbewerb erneut Weltmeister gewordene Martin Smolinski aus Olching, Jörg Tebbe aus Dohren und Stephan Katt aus Neuwittenbek die deutschen Farben vertreten. Verletzungs- und krankheitsbedingt nicht nominiert werden konnten mit Michael Härtel/Dingolfing, Max Dilger/Lahr und Lukas Fienhage/Lohne gleich drei Fahrer, die in der Vergangenheit schon bei diversen deutschen Team-WM-Titeln mit dabei und erfolgreich waren. Das deutsche Quartett muss sich in Roden gegen die Niederlande, die Briten, Frankreich, Finnland, Tschechien und Dänemark behaupten. Jeweils drei Fahrer einer Nation werden gegen drei einer anderen kämpfen. «Wir werden mit Respekt und Demut nach Roden fahren», so Hukelmann. Als Aktiver hat Riss, der die Briten als größte Konkurrenz einstuft, einen etwas anderen Ansatz und sehr viel Motivation: «Ich will, dass wir wieder Gold gewinnen.»

Dabei hatte der Schwabe, der auf der Bahn in Roden zum ersten Mal startet, in diesem Jahr alles andere als Glück: «Es war meine bislang schlechteste Saison. Ich war zwei Monate krankheitsbedingt raus.» Riss litt an einem zu hohen Hirndruck, ausgelöst vermutlich durch ein Virus. Dies wiederum führte zu einem Anschwellen des linken Sehnervs und einer Art Nebel vor dem Auge: «Ich war in Behandlung und bin auf dem Weg der Besserung.» Hukelmann vertraut auf Riss: «Er war in der Vergangenheit immer ein zuverlässiger Punktegarant. Und Erik kann beißen, wenn es drauf ankommt.»


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