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Marcel Schrötter: Liebeserklärung an Sachsenring-Fans

Von Ivo Schützbach
Auch wenn Marcel Schrötter im Deutschland-Grand-Prix auf dem Sachsenring in der Moto2-WM nicht vorne fuhr, zollten ihm die Fans viel Respekt. Entsprechend gerührt war 31-Jährige nach dem Wochenende.

Als Ersatz für den verletzten Deniz Öncü durfte Marcel Schrötter im Team Red Bull KTM Ajo die Grands Prix in Assen und auf dem Sachsenring bestreiten. Für den 31-Jährigen, der seit 2023 sein Geld in der Supersport-WM verdient und dort im Vorjahr für MV Agusta die Bronzemedaille eroberte, eine schöne Gelegenheit, an seine alte Wirkungsstätte zurückzukehren. Von 2010 bis Ende 2022 bestritt Schrötter 227 Grands Prix, die meisten davon in der Moto2-Klasse.

In Assen kam er mit 33 sec Rückstand als 18. ins Ziel, auf dem Sachsenring fehlten lediglich 14 sec zum Sieger. Was Schrötter ärgerte: Die WM-Punkte verpasste er als 17. um mickrige 6/10 sec.

Marcel war nach seiner Heimveranstaltung dennoch bester Laune. «Es gab wieder viel Unterstützung von den Fans und es macht mich ein bisschen stolz, dass ich trotz der einjährigen Abwesenheit nicht vergessen wurde», erzählte er beim Treffen mit SPEEDWEEK.com. «Das war der Wahnsinn, das ist, was den Sport ausmacht. SBK ist eine coole Meisterschaft und die Rennen sind fantastisch, aber wenn die Hälfte der Tribünen nicht besetzt ist, dann ist das schade. Eine Atmosphäre wie auf dem Sachsenring bringt das Herz zum Pochen und man kriegt Gänsehaut.»

«Bei meinem vorletzten Auftritt 2022 wusste ich es in der Auslaufrunde noch nicht 100-prozentig, dieses Mal war es wie ein kleiner Abschied», bemerkte er sichtlich gerührt. «Die Chancen sind ja eher gering, dass ich noch mal dort fahre, außer es passiert wieder was. Ich war kurz vor den Tränen, obwohl da ja nichts Besonderes war. Aber so ein Wochenende berührt einen. Egal wo ich war, ich bekam Riesenunterstützung. Als ich in der Karthalle auf die Bühne kam, war es am lautesten, das war sehr sehr cool. Das gibt unheimlich viel Kraft und ist schön zu sehen. Ich merkte nicht, dass ich ein Jahr weg war. Keiner hat mich vergessen, ich konnte leider nicht bei jedem stehenbleiben, weil ich auch meinen Job machen musste. Wenn man so ein Luxusproblem haben darf, dann ist das sehr schön.»

Am kommenden Wochenende geht es für den Bayer in der Supersport-WM weiter, dann stehen die Rennen in Donington Park auf dem Programm. Nach den etwas verkorksten Events in Assen und Misano, wo Marcel kein Podestplatz gelang, liegt er mit 104 Punkten auf dem vierten Gesamtrang. Vor ihm platziert sind Adrian Huertas (Ducati, 136), Yari Montella (Ducati, 125) und Stefano Manzi (Yamaha, 114).

Ergebnisse Moto2 Sachsenring, Rennen (7. Juli):

1. Fermin Aldeguer (E), Boscoscuro, 25 Runden in 35:07,384 min
2. Jake Dixon (GB), Kalex, + 2,159 sec
3. Ai Ogura (J), Boscoscuro, + 4,418
4. Diogo Moreira (BR), Kalex, + 4,533
5. Celestino Vietti (I), Kalex, + 4,543
6. Somkiat Chantra (T), Kalex, + 4,651
7. Sergio Garcia (E), Boscoscuro, + 5,425
8. Joe Roberts (USA), Kalex, + 6,314
9. Tony Arbolino (I), Kalex, + 7,018
10. Alonso Lopez (E), Boscoscuro, + 8,255
11. Senna Agius (AUS), Kalex, + 9,225
12. Manuel González (E), Kalex, +9,703
13. Izan Guevara (E), Kalex, + 10,690 sec
14. Jeremy Alcoba (E), Kalex, + 12,810
15. Jaume Masiá (E), Kalex, + 13,845
17. Marcel Schrötter (D), Kalex, + 14,483

WM-Stand nach 9 von 20 Rennen:

1. Garcia, 147 Punkte. 2. Ogura 140. 3. Roberts 123. 4. Aldeguer 108. 5. López 93. 6. Gonzalez 77. 7. Canet 58. 8. Chantra 56. 9. Vietti 55. 10. Dixon 53. 11. Arbolino 50. 12. Alcoba 48. 13. Arenas 48. 14. Ramirez 44. 15. Agius 36.

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