Ayumu Sasaki: Trennung von Intact und Husqvarna

Kolumne von Günther Wiesinger
Ayumu Sasaki wird künftig nicht mehr in Liqui Moly-Husqvarna-Farben auf Podestjagd gehen

Ayumu Sasaki wird künftig nicht mehr in Liqui Moly-Husqvarna-Farben auf Podestjagd gehen

Eigentlich wollte Intact GP mit Sandro Cortese spätestens im zweiten Jahr (2014) Weltmeister werden. Die aktuelle Moto2-Situation sieht trostlos aus. Jetzt kommt der Truppe auch noch Moto3-WM-Favorit Sasaki abhanden.

Dramatischer Rückschlag für das leidgeprüfte deutsche Liqui Moly Husqvarna Intact GP Team: Ayumu Sasaki, nach dem zweiten Platz am Sonntag beim Indien-GP in der Moto3-WM mit 173 Zählern nur 1 Punkt hinter den beiden WM-Spitzenreitern Dani Holgado und Jaume Masiá, die beide 174 Punkte auf dem Konto haben, wird in der kommenden Saison nicht für das deutsche Moto2-Team fahren.

Denn der zweifache GP-Sieger steht trotz aller Überredungskünste von Teambesitzer Peter Öttl vor einem Wechsel zum Correos Prepago Yamaha VR46 Master Camp Team, das am Sonntag den Spanier Manuel Gonzalez (er fuhr von Startplatz 16 los) auf den starken fünften Platz brachte.

Offenbar rechnete sich der schnelle Japaner im italienischen Team, das von der VR46-Mannschaft betrieben und von Yamaha bezahlt wird, bessere Erfolgsaussichten aus als beim deutschen Rennstall, der in elf Jahren nur zwei GP-Siege (mit Tom Lüthi und Jonas Folger) errungen hat, obwohl ihm nachgesagt wird, das größte Budget im Moto2-Fahrerlager zu haben.

Dazu kommt: Yamaha macht Sasaki leise Hoffnungen, spätestens 2025 in einem neuen Yamaha-Kundenteam die MotoGP-WM fahren zu können.

In den letzten Jahren haben Fahrer wie Tom Lüthi und Tony Arbolino im Liqui-Moly-Team immer wieder über die Qualität ihrer Crew-Chiefs geklagt. Auch Marcel Schrötter hat schließlich für 2023 keinen neuen Vertrag unterschrieben.

Das deutsche Team war dann der Ansicht, der neue Moto2-Europameister Lukas Tulovic könne diese Lücke schließen, aber er ist in der Weltmeisterschaft 2023 genauso überfordert wie 2019 bei Kiefer Racing.

Der trostlose WM-Zwischenstand der deutschen Moto2-Mannschaft nach 13 von 20 Rennen: 19. Darryn Binder mit 22 Punkten. 21. Lukas Tulovic mit 12 Punkten.

Die deutsche Liqui-Moly-Husqvarna-Mannschaft, die bei den Fahrergagen offenbar zu knausrig ist, muss also jetzt nehmen, was auf dem Transfermarkt übrigbleibt und womöglich mit dem 18-jährigen Moto2-EM-Leader Senna Agius in die WM 2024 starten, der bei seinen bisherigen sieben Einsätzen 2023 den nötigen Speed vermissen ließ und punktlos bleib. Er wird Tulovic (Schlüsselbeinbruch) jetzt auch in Japan ersetzen.

Der italienische Superbike-Ducati-Pilot Ruben Michael Rinaldi bekam von Intact am Samstag eine Absage. Er hofft nach der Trennung von Ducati sowieso auf einen Platz im Honda-SBK-Team, wo der Platz von Iker Lecuona frei wird, falls der Spanier bei LCR in der MotoGP eingesetzt werden muss.

Dazu kommt: Das Husqvarna Factory Team hat für die Moto3-WM 2024 bisher auch keinen vernünftigen Sasaki-Ersatz und Teamkollegen für Collin Veijer gefunden.

Man kann sich ausmalen, dass die Pierer Mobility AG, die mit Jorge «Aspar» Martinez, Aki Ajo und Tech3 in den kleinen Klassen höchst erfolgreiche Teams für GASGAS und KTM betreibt und erfolgsverwöhnt ist, dem Geschehen in Memmingen nicht mehr ewig zusehen wird.

Übrigens: Sandro Cortese ist im Jahr vor und nach Intact jeweils Weltmeister geworden.

Die Moto2-WM-Piloten bei Liqui Moly

2013: Sandro Cortese

2014: Sandro Cortese

2015: Sandro Cortese

2016: Sandro Cortese, Jonas Folger

2017: Sandro Cortese, Marcel Schrötter

2018: Marcel Schrötter, Xavi Vierge

2019: Marcel Schrötter, Tom Lüthi

2020: Marcel Schrötter, Tom Lüthi

2021: Marcel Schrötter, Tony Arbolino

2022: Marcel Schrötter, Jeremy Alcoba
2023: Darryn Binder, Lukas Tulovic
2024: Darryn Binder, Senna Agius

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