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Sachsenring-Drama: Der gefallene Held Collin Veijer

Von Thomas Kuttruf
Collin Veijer: Der tragische Moto3-Held beim Deutschland-GP

Collin Veijer: Der tragische Moto3-Held beim Deutschland-GP

Vor allem die Motorrad-Fans aus den Niederlanden erlebten am Sachsenring einmal mehr, wie schmal der Grat zwischen Sieg und Niederlage ist. Collin Veijer war der schnellste Moto3-Pilot – und doch am Boden.

Das Auftaktrennen zum deutschen Motorrad-GP war noch keine drei Minuten in Gang, da eskalierte die komplette Presse-Delegation aus den Niederlanden mit Getöse. Doch die Sanitäter wurden zunächst auf der Rennstrecke benötigt, um den Zustand des gestürzten Collin Veijer zu checken.

Wie in einem schlechten Rennsportfilm war der Star der Holländer wie schon 2023 in der zweiten Runden des Sachsenring-GP von seiner Husqvarna gestürzt. Veijer hatte dabei großes Gück. Trotz dem Crash ausgangs der berühmt-berüchtigten Waldmann-Kurve, die mit einem Moto3-Renner mit komplett offener Drosselklappe durchschnitten wird, war die #95 mitsamt Pilot nach dem schnellen Sturz noch gebrauchsfähig. Collin Veijer fuhr dem Feld hinterher. Doppelt bitter: Mit der ramponierten 250er holte der 19-Jährige über die Distanz wieder auf, schnappte sich noch Dettwiler, Buasri, Almansa, Whatley und Rossi und blieb im Ziel als 18. dennoch ohne WM-Zähler.

In Hinblick auf die Weltmeisterschaft erwischte es den GP-Sieger von Jerez mit voller Breitseite. Angereist als WM-Zweiter und mit dem Wissen, dass er zuletzt in Assen einige Punkte hatte gutmachen können, verließ Veijer Sachsen als Vierter. Während sich der 1,78 m große Intact-GP-Pilot in der Box bei seiner Mannschaft entschuldigte, standen alle direkten Konkurrenten im WM-Match lachend auf dem Podest.
Wenig überraschend fiel der Kommentar des Bruchpiloten aus: «Ich habe mich gut gefühlt, aber es war ein unglücklicher Sturz. Ich bog in die Kurve ein, und ich habe keine Ahnung, warum ich die Kontrolle übers Vorderrad verloren habe. Ich denke, es war einfach die kältere Seite des Reifens. Ich konnte das Rennen mit einem ziemlich beschädigten Motorrad beenden, ich möchte mich trotzdem bei meinem Team entschuldigen.»

Der extrem erfahrene Teammanager Peter Öttl versuchte es mit einer sachlichen Analyse: «Kurve 11 ist sehr kritisch. Diese Stelle wird in der Moto3 mit Vollgas gefahren. Aber sie folgt auf fünf Linkskurven und deshalb ist die Reifentemperatur, besonders zu Beginn des Rennens, auf der rechten Seite sehr niedrig. Deshalb muss man dort sehr vorsichtig sein, und wenn es wie heute ein bisschen Wind gibt und eine kleine Reaktion des Fahrers dazukommt, dann kann es zu einem Sturz führen.»#

Bittersüß war die Reise zudem dadurch, dass die große Motorrad-GP-Hoffnung der Niederlande im Qualifying unantastbar war. Mit einem neuen Streckenrekord und der ersten 1.24er-Runde mit einer Moto3-Maschine hatte «CV95» Alonso über fast 0,4 Sekunden aufgebrummt.

Unglaublich, aber wahr. Mit einer Zeit von 1.24,8 fehlten dem Niederländer auf der kürzesten Strecke im GP-Kalender genau zwei Sekunden auf die erste (!) Startreihe der Moto2. Fun Fact: Auch 2023 hatte das Intact-GP-Team die Moto3-Pole-Position geholt – Ayumu Sasaki hatte vor 12 Monaten den Zweitplatzierten Deniz Öncü um über eine Sekunde deklassiert.

Doch auch der sensationelle Speed des 2024er-Stars änderte nichts am Ergebnis. Der neunte Platz des zweiten Piloten Tatsuki Suzuki blieb die überschaubare Ausbeute des Teamweltmeisters 2023.

Ergebnisse Moto3 Sachsenring, Rennen (7.Juli):

1. David Alonso (CO), CFMOTO, 23 Runden in 33:02,956 min
2. Taiyo Furusato (J), Honda, +0,187 sec
3. Ivan Ortola (E), KTM, +0,339
4. Adrián Fernández (E), Honda, +2,363
5. Angel Piqueras (E), Honda, +2,438
6. Ryusei Yamanaka (J), KTM, +3,786
7. Daniel Holgado (E), GASGAS, +3,869
8. David Muñoz (E), KTM, +5,461
9. Tatsuki Suzuki (J), Husqvarna, +5,685
10. Scott Ogden (GB), Honda, +5,817
11. Joel Kelso (AUS), KTM, +6,021
12. Luca Lunetta (I), Honda, +13,085
13. Stefano Nepa (I), KTM, +25,001
14. Joel Esteban (E), CFMOTO, 25,069
15. Filippo Farioli (I), Honda, + 25,071
– Noah Dettwiler (CH), KTM, Sturz in Runde 13

Moto3-WM-Stand nach 9 von 21 Rennen:

1. Alonso, 168 Punkte. 2. Ortola 121. 3. Holgado 120. 4. Veijer 115. 5. Munoz 94. 6. Yamanaka 72. 7. Fernández 67. 8. Piqueras 60. 9. Rueda 58. 10. Kelso 55. 11. Furusato 54. 12. Roulstone 44. 13. Nepa 40. 14. Esetban 48. 15. Suzuki 38. 24. Dettwiler 2

Konstrukteurs-WM:
1. CFMOTO, 179 Punkte. 2. KTM 154. 3. Husqvarna 132. 4. GASGAS 125. 5. Honda 110.

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