MotoGP: Pedro Acosta über seine Ansprüche

Carlos Tatay (20): «Du musst lernen zu überleben»

Von Nora Lantschner
Im Vorjahr stand Carlos Tatay in Mandalika noch für CFMOTO Racing PrüstelGP auf der Pole-Position und dem Moto3-Podest. Nun kämpft der junge Spanier im Rollstuhl tapfer um ein möglichst normales Leben.

Carlos Tatay kam am 2. Juli im Moto2-EM-Rennen im «Autódromo Internacional do Algarve» von Portimão zu Sturz und trug dabei schwere Verletzungen an der Wirbelsäule davon. Zunächst drangen nur spärliche Informationen zu seinem Gesundheitszustand an die Öffentlichkeit, mittlerweile zeigt sich der Red Bull-Rookies-Cup-Champion von 2019 aber regelmäßig auf seinen Social-Media-Kanälen und berichtet dabei von seinem eisernen Willen, eines Tages wieder auf eigenen Beinen zu stehen.

Kürzlich gab Tatay auf dem YouTube-Kanal von Nico Abad auch sein erstes Interview seit seinem folgenschweren Unfall. «Anfangs fiel es mir schwer zu akzeptieren, dass ich im Rollstuhl sitze», räumte der 20-Jährige aus Valencia ein. Mittlerweile habe er aber erkannt, dass sein Leben weitergehe und er es trotz allem genießen könne. «Ich will zeigen, dass man viel tun kann, wenn man die Motivation und den Willen hat.»

Der Kalex-Pilot des Pertamina Mandalika SAG Teams erlitt einen Bruch des fünften Rückenwirbels, wobei es sich um eine inkomplette Rückenmarksverletzung handelt. «Ich fange an, in den Beinen wieder ein Gefühl zu entwickeln. Es gibt Möglichkeiten, Fortschritte zu erzielen, aber es braucht viel Zeit», erklärte er dazu.

Wie groß diese Fortschritte sein werden, sei noch nicht abschätzbar. Erst nach sechs bis acht Monaten würde das tatsächlich Ausmaß der Verletzung feststehen. Deshalb gibt der junge Spanier die Hoffnung nicht auf, eines Tages wieder gehen zu können, und absolviert täglich intensive Reha- und Trainingseinheiten – auch Handbiken und Rollstuhltennis gehören zum Programm.

Es gehe aber vordergründig darum, wieder Beweglichkeit in den Beinen zu erlangen, nicht wieder auf ein Motorrad zu steigen. «Das Erste ist zu leben, das Rennfahrern tritt in den Hintergrund», unterstrich Tatay.

Auch wenn es ihm schwerfällt, die Perspektive eines Fans einzunehmen, so hat Tatay seine Motorrad-Leidenschaft doch nicht verloren. Er hegt auch keinen Groll wegen des schicksalhaften Unfalls von Portimão. «Wenn es mir passiert wäre, wenn ich etwas anderes gemacht hätte, wäre ich wütender, aber es ist passiert, als ich das gemacht habe, was mir am besten gefällt.»

«Ich habe keine Angst. Eine Rückenmarksverletzung ist sehr hart, weil man viele Dinge verliert, aber man muss lernen zu überleben», so seine bewundernswerte Einstellung. «Alles, absolut alles ist einfacher, als es scheint. Man braucht einfach nur den Willen, um glücklich zu sein.»

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