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Was ist los mit David Munoz? Öttl: «Er ist jung!»

Von Thomas Kuttruf
Null Punkte und viele Schrammen – so die Ausbeute des blitzschnellen, aber risikofreudigen David Munoz nach den ersten drei Moto3-Rennen. Intact-Teammanager Peter Öttl holte tief Luft und erklärte die schwierige Lage.

Nur zehn Tage vor dem Saisonstart vermeldete SPEEDWEEK.com von den abschließenden Tests der Moto-WM aus Jerez: «David Munoz bricht Streckenrekord!» Der Speed des Spaniers war keine riesige Überraschung. Als WM-Fünfter 2024 und nach dem Abgang der Top-4 in die Moto2 (Alonso, Holgado, Veijer und Ortola) startete David Munoz der Papierform nach als Titelkandidat in die Saison 2025.

Keine Frage – Munoz soll die Rolle des Angreifers auf die Meisterschaft übernehmen, auch weil mit Collin Veijer einer der Siegfahrer das deutsche Team verlassen hat.

Nach drei Grand-Prix-Wochenenden schaut es allerdings auf dem Konto des spanischen Talents sehr ernüchternd aus. Dreimal blitzte das Tempo von David Munoz auf – dreimal sah er nicht die Zielflagge. Besonders bitter ging es beim Großen Preis der USA in Austin zu. Bei ausgesprochen schwierigen Streckenverhältnissen – an drei Tagen bot der Circuit drei verschiedene Wetterlagen an – hatte sich Munoz den ersten Startplatz geholt und sich auch sonst aus allen Reibereien auf der Strecke herausgehalten.

Die souveräne Vorstellung verhinderte nicht, dass sich der 18-Jährige noch in der frühen Phase des Rennens per Sturz verabschiedete. Munoz hatte seine Pole-Position nicht umsetzen können und war im Trubel der Moto3-Meute bis auf Rang 4 zurückgefallen. Als der schnelle Jose Antonio Rueda in Runde 2 die Führung übernommen hatte, versuchte Munoz, schnell mitzuziehen. Gesagt, getan: Muboz war schnell Zweiter, doch bei der Verfolgung des KTM-Ajo-Piloten übertrieb er im heiklen «Turn 1». Zwar konnte Muñoz die Intact-KTM wieder in Bewegung setzen, doch drei Runden später stellte er sein Box frustriert ab.

Nach dem dritten Ausfall in Folge musste sich Teamchef Peter Öttl die Frage gefallen lassen: Was ist los mit David Munoz? Der Bayer, selbst angeschlagen vom Ende des Rennens, schilderte seine Sicht: «Das war natürlich hart, für David und für das Team. Aber: Auch David ist eben noch sehr jung. Auch wenn er bereits ein bekanntes Gesicht bei der WM ist, er bleibt 18! »Und damit ist auch klar, dass er noch nicht am Ende seiner Entwicklung und Ausbildung ist.»

Peter Öttl im Gespräch mit SPEEDWEEK.com weiter: «David hat einen enormen Speed – und das weiß er auch. Er und Rueda hatten auch in den USA das höchste Tempo und nun ist er zum zweiten Mal hinter Rueda gestürzt. Er wollte zu schnell zu viel und die Lücke direkt schließen. Es wird dauern, bis er an dem Punkt ist, diese Ungeduld zu überwinden. Daran arbeiten wir gemeinsam.»

Der Teammanager mit offenen Karten: «Mir ist auch bewusst, dass das verdammt viel Energie kostet und ich kann auch nicht sagen, wann wir an den Punkt kommen. Dass wir das schaffen, selbst wenn es zehn Rennen dauert, daran habe ich keine Zweifel. Ich stehe weiter voll dahinter, denn genauso wollte ich es haben.»

Was den Lernprozess des jungen Spaniers betrifft, verriet Peter Öttl: «Es geht besonders darum, die Fähigkeiten an den Stellen zu verbessern, an denen er heute noch nicht top ist. Und das ist unbequemer für jeden, als sich mit den Dingen zu beschäftigen, an denen du sowieso schon spitze bist. Es gab auch in Austin wieder Stellen, an denen David klar der Schnellste im Feld war. Und genau an diesen Stellen, an denen das Limit erreicht ist, da würde er gerne das Bike weiter verbessern. Wir müssen uns aber gemeinsam auch auf die Bereiche konzentrieren, wo das Bike noch nicht am Limit ist.»

Bei noch 19 ausstehenden Rennen ist die WM noch komplett offen. Eine erste Zielankunft beim Wüsten-GP von Katar wird für den ungeduldigen David Munoz nun aber oberste Priorität haben.

WM-Stand nach 3 von 22 Rennen:

1. Jose Antonio Rueda, 66 Punkte. 2. Angel Piqueras 42. 3. Adrian Fernandez 40. 4. Matteo Bertelle 40. 5. Alvaro Carpe 30. 6. Joel Kelso 28. 7. Dennis Foggia 24. 8. David Almansa 22. 9. Stefano Nepa 19. 10. Taiyo Furusato 18. 11. Luca Lunetta 15. 12. Adrian Cruces 13. 13. Maximo Quiles 11. 14. Cormac Buchanan 9. 15. Riccardo Rossi 8.

Konstrukteurs-WM:
1. KTM, 75 Punkte. 2. Honda 43.

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