MotoGP: Pedro Acosta über seine Ansprüche

Racing Team Germany: Immer noch Schulden bei Honda

Von Günther Wiesinger
Von RTG ist nichts mehr zu sehen: Das neue Peugeot-Team mit McPhee und Masbou (rechts)

Von RTG ist nichts mehr zu sehen: Das neue Peugeot-Team mit McPhee und Masbou (rechts)

Das Racing Team Germany wird langsam stillgelegt, aber bei HRC ist von 2015 noch ein sechsstelliger Euro-Betrag offen.

Aus dem Racing Team Germany, das nicht den besten Ruf genoss, ist für die Moto3-Saison 2016 das Team Peugeot Motocycles Saxoprint geworden.

Der Franzose Alexis Masbou und der Schotte John McPhee werden 2016 auf Peugeot-Maschinen antreten, das sind 250-ccm-Einzylinder-Rennmotorräder, die bei Mahindra Racing in Besozzo bei Varese aufgebaut werden und sich technisch von den Mahindra MGP3O nicht unterscheiden.

Aber Mahindra hat 51 Prozent an Peugeot Motocycles erworben und will diese Marke zu einem sportlichen Image verhelfen.

Dirk Heidolf, Bernd Keller, Dr. Uwe Fischer und Frank Beierlein, die Gesellschafter jener Firma, die jahrelang das Racing Team Germany betrieb, haben jedoch mit Altlasten zu kämpfen.

Zum Beispiel mit einer offenen Rechnung der Honda Racing Corporation für die Materiallieferung der Honda NSF 250RW-Pakete von Masbou und McPhee für die Moto3-WM-Saison 2015.

Es geht immerhin um einen sechsstelligen Euro-Betrag.

Drei der bisherigen Gesellschafter sind auch an der neuen GmbH beteiligt, die den Peugeot-Rennstall betreibt. Sie heisst SP Racing Peugeot GmbH.

Das Racing Team Germany übt keine Geschäftstätigkeit mehr aus, die Firma soll abgewickelt und stillgelegt werden, es existiert auch kein Geld mehr für Nachwuchsförderung. Dabei hatte das Racing Team Gemany 2009 nach dem Zusammenschluss mit dem IDM-Supersport-Team von Dietmar Franzen für 2010 den Einstieg in die Moto2-WM (dort war nach einem Jahr wieder Schluss) und MotoGP-WM 2011 angekündigt.

Shuhei Nakamoto, Vizepräsident der Honda Racing Corporation, bestätigte gegenüber SPEEDWEEK.com unbezahlte Rechnungen von RTG, es geht um einen sechsstelligen Betrag.

In Japan wird jetzt überlegt, ob der Betrag in Deutschland eingeklagt werden soll. Beim ehemaligen Racing Team Germany ist jetzt wieder der abgelöste Teammanager Dirk Heidolf für das HRC-Problem zuständig anstelle von Dr. Fischer, der Ex-Rennfahrer soll jetzt die Suppe auslöffeln, die er seinen RTG-Partnern eingebrockt hat.

Es gab mit McPhee und Honda schon 2015 einigen Ärger. Das RTG wollte McPhee nur das 2015-Motorenpaket bestellen, aber aus Kostengründen mit den Chassis von 2014 weiterfahren. Im Vertrag mit McPhee, der Geld von der britischen Racing Steps Foundation mitbringt, war aber deutlich von 2015-Werksmaschinen die Rede. Als sich herausstellte, dass der Rahmen aus dem Vorjahr stammte, gab es Ärger zwischen McPhee-Berater Peter Ball und dem RTG. Honda musste dann einen 2015-Rahmen nachliefern.

Das Racing Team Germany gewann zwar 2011 zwei 125-ccm-GP mit Sandro Cortese, dann 2012 einen Moto3-GP mit Louis Rossi in Le Mans, Alexis Masbou sorgte 2015 in Katar für einen GP-Erfolg, aber der deutsche Rennstall geriet immer wieder mit seltsamen Machenschaften in die Schlagzeilen (Verdacht auf Versicherungsbetrug, illegal verkaufte Fahrerlager-Tickets, unbezahlte Rechnungen).

Deshalb überliess das Selektions-Komitee dem RTG im August 2015 keine fixen Startplätze mehr, so sollte das Team zum Rückzug gezwungen werden.

Doch als Terrell Thien als neuer Teammanager und Heidolf-Nachfolger präsentiert wurde und sich die Mannschaft mit Peugeot als Werksteam einigte (etliche andere Teams wie Gresini, Rossi und so weiter hatten abgelehnt), bekam der sächsische Rennstall von IRTA und Dorna wieder zwei Startplätze.

Verwunderlich ist, dass Heidolf plötzlich wieder eine operative Tätigkeit ausübt, auch wenn es nur die Altlasten betrifft. Terrell Thien hatte angekündigt, Heidolf werde 2016 keine Teamuniform mehr bekommen und nicht einmal einen permanenten Paddock-Ausweis.

Und die Teamvereinigung IRTA passt genau auf, ob und wo der umstrittene Heidolf noch seine Finger im Spiel hat.

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