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Ducati-Regeln – im Interesse der Superbike-WM?

Kolumne von Ivo Schützbach
Davide Giugliano quetscht alles aus seiner Ducati heraus

Davide Giugliano quetscht alles aus seiner Ducati heraus

Superbike-WM-Dominator Ducati hat die zwei erfolglosesten Jahre in der Geschichte der Meisterschaft hinter sich. Mit neuem technischem Reglement ist mit dem Hersteller aus Bologna wieder zu rechnen.

Seit 2013 die 1199 Panigale R in die Superbike-WM eingeführt wurde, ist Ducati sieglos. Schlecht für die Fans, schlecht für das Team, schlecht für die Meisterschaft. Nicht nur Verschwörungstheoretiker sind der Meinung, dass diesen Umständen bei der Gestaltung des neuen technischen Reglements Rechnung getragen wurde.

Während alle Hersteller mit Vierzylinder-Bikes, das sind alle außer Ducati und Buell (EBR), 15 bis 20 PS gegenüber dem Vorjahr eingebüßt haben, konnte Ducati 5 PS zulegen. Die Differenz zur Konkurrenz wurde also um bis zu 25 PS verringert. Die Vorteile des Zweizylinders, mehr Drehmoment und geringerer Reifenverbrauch, sind Ducati geblieben.

Als Werksfahrer Davide Giugliano am Dienstag in Jerez fabelhafte 1:39,322 min fuhr, sahen sich alle Reglements-Kritiker bestätigt: Die neuen Regeln sind Ducati-Regeln.

Diskussionen darüber sind so alt wie die Superbike-WM. So lange Hersteller mit unterschiedlichem Hubraum gegeneinander antreten, wird es keine Gerechtigkeit geben.

Vielleicht war es aus oben genannten Gründen sogar nötig, Ducati unter die Arme zu greifen. Keine andere Marke übt so viel Strahlkraft aus. Gegen das Knallrot sind alle japanischen Bikes mausgrau.

Noch kann von Überlegenheit keine Rede sein. Giugliano fuhr bei seiner Bestzeit mit Qualifyer zwar nur 1,2 sec langsamer als MotoGP-Weltmeister Marc Márquez bei seiner letzten Pole in Spanien, doch über eine Runde war der Italiener schon immer außergewöhnlich. Und die Streckenverhältnisse hätten kaum besser sein können.

Mit Rennreifen sehen wir ein ausgeglichenes Feld, da sind die Kawasaki-Werksfahrer Tom Sykes und Jonathan Rea, Aprilia-Neuzugang Leon Haslam, Suzuki-Aushängeschild Alex Lowes und Weltmeister Sylvain Guintoli (Pata Honda) auf Augenhöhe mit den Ducati-Künstlern. Je nach Strecke sogar schneller.

«Das wahre Kräfteverhältnis werden wir erst nach dem ersten Europa-Rennen in Aragón kennen», ist Vizeweltmeister Tom Sykes überzeugt. «Fakt ist: Die neuen Regeln kommen Ducati entgegen und das Feld ist näher zusammengerückt.»

Ein Umstand, welcher der Meisterschaft kaum schaden wird.

Zeiten Superbike-WM-Test Jerez, Dienstag:

1. Davide Giugliano (I), Aruba.it Ducati, 1:39,332 min
2. Tom Sykes (GB), Kawasaki, 1:39,694
3. Jonathan Rea (GB), Kawasaki, 1:39,745
4. Chaz Davies (GB), Aruba.it Ducati, 1:40,062
5. Leon Haslam (GB), Aprilia Red Devils, 1:40,069
6. Alex Lowes (GB), Crescent Suzuki, 1:40,159
7. Michael van der Mark (NL), Pata Honda, 1:40,580
8. Nico Terol (E), Althea Ducati, 1:40,785
9. Randy de Puniet (F), Crescent Suzuki, 1:40,977
10. Matteo Baiocco (I), Althea Ducati, 1:41,412
11. Jordi Torres (E), Aprilia Red Devils, 1:41,983
12. Sylvain Barrier (F), BMW Italia, 1:42,004
13. David Salom (E), Pedercini Kawasaki, 1:42,184
14. Leandro Mercado (RA), Barni Ducati, 1:42,577
15. Niccolò Canepa (I), Hero EBR, 1:42,743
16. Larry Pegram (USA), Hero EBR, 1:46,996

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