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Tai Woffinden zerrissen: «Da gibt es kein Speedway»

Von Ivo Schützbach
Viel Platz für Tattoos hat Tai Woffinden nicht mehr

Viel Platz für Tattoos hat Tai Woffinden nicht mehr

Nach seinem Sieg in Landsberg war Tai Woffinden zuversichtlich, den Anschluss an die Spitze zu schaffen. Das ging mit nur fünf Punkten im Speedway-GP in Teterow gründlich schief.

Der zweifache Speedway-Weltmeister Tai Woffinden verlor in Teterow wertvolle Punkte auf die in der WM vor ihm platzierten Jason Doyle, Patryk Dudek, Maciej Janowski und Fredrik Lindgren und schaffte es nicht einmal in die Halbfinales. Zur WM-Spitze fehlen dem Engländer nach neun von zwölf Rennen bereits 20 Punkte.

SPEEDWEEK.com hat dem 27-Jährigen über das sportliche Geschehen hinaus einige Fragen gestellt.

Tai Woffinden über...

...seine Fähigkeit, extrem variable Linie zu fahren: «Das kommt vielleicht von den Junioren-Rennen, die ich damals in Australien fuhr. Da standen am Sonntag nicht alle Piloten in einer Reihe, sondern der Langsamste vom Samstag stand ganz vorne, der Schnellste vom Samstag musste von hinten losfahren. So kam es, dass ich am Start manchmal 20 Meter hinter der Linie Aufstellung nehmen musste. Ich stand fast schon in der Kurve. Glaub mir: Da lernst du das Überholen. Und da lernst du auch, alternative Linie auszuprobieren.»

...seine Kontakte zu Piloten aus anderen Serien: «Ja, das sind die Lowes-Brüder, Motocrosser Tommy Searle oder auch Leon Haslam. Ich wohne in einem kleinen Kaff in der Grafschaft Derbyshire. Da treffe ich die Jungs meist, wenn ich in Derby ins Fitnessstudio gehe. Aber nein, auf der Rennstrecke fahren wir kaum gemeinsam. Denn während der Saison habe ich ein extrem dichtes Rennprogramm und keine Zeit. Und nach der Saison haue ich meist nach Australien ab.»

...seine Tattoos: «Mein Eltern haben mir verboten, mich tätowieren zu lassen. Aber dann meinte mein Vater vor einem Rennen einmal: Wenn du diesen einen Gegner schlägst – dann darfst du dir ein Tattoo machen lassen. Und ich habe ihn geschlagen! So kam ich zu meinem ersten Tattoo – und dann wurde es eine Art Sucht. Meine Mutter? Die hat sich mittlerweile damit abgefunden.»

...den Tod seines Vaters: «Der Krebs wurde bereits 2009 bei ihm entdeckt. Wir hatten also Zeit, uns gemeinsam mit ihm auf seinen Tod vorzubereiten. Ich bin dann vorab vieles im Kopf durchgegangen, die Beerdigung zum Beispiel. Ich habe quasi alles geprobt. Dadurch war ich gefestigt und konnte meiner Mutter in den Tagen nach Vaters Tod besser beistehen. Vater starb im Januar 2010, die Saison bin ich danach durchgefahren. Ich dachte, ich hätte seinen Tod verarbeitet, alles sei gut. Doch nichts war gut. Als ich nach Saisonende in unser Haus in Australien zurückgekehrt bin und all’ die Erinnerungen hochkamen, hat es mich voll getroffen. Vaters Tod holte mich wieder ein. Ich wollte mit dem Sport aufhören. Nach einem Monat aber entschied ich, es 2011 zumindest zu probieren. Danach folgten meine zwei Titel 2013 und 2015.»

...seine Heimat in Perth/Westaustralien: «Mein Leben ist im Grunde zweigeteilt. Von März bis November bin ich in Europa, da dreht sich mein Leben nur um Speedway. Aber sobald ich nach Saisonende nach Perth zurückkehre, gibt es kein Speedway mehr. Ich schalte total ab. Okay, ins Fitnessstudio gehe ich natürlich. Aber Speedway? Nein! Ich vertreibe mir die Zeit mit Jetski, Wake-Boarding, Motocross und BMX-Fahren.»

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