MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Aufgedeckt: Gründe für die MV-Agusta-Disqualifikation

Von Ivo Schützbach
Eine MV Agusta F3 in der Supersport-WM

Eine MV Agusta F3 in der Supersport-WM

Supersport-Weltmeister Randy Krummenacher hüllt sich nach seiner Trennung von MV Agusta Reparto Corse weiterhin in Schweigen, was die genauen Gründe betrifft. Jetzt kamen neue Erkenntnisse ans Licht.

Bis heute sind die detaillierten Gründe, weshalb Randy Krummenacher am 10. Juli 2020 beim Team MV Agusta Reparto Corse die Kündigung einreichte, nicht vollständig offengelegt. «Ich muss sehr vorsichtig sein und bespreche deshalb vorab alles mit meinem Anwalt», betonte der Zürcher Oberländer.

Der 30-Jährige verlautbarte damals, dass seine MV Agusta F3 zum einen nicht sicher gewesen wäre und zum anderen nicht dem technischen Reglement entsprochen hätte.

Am 31. Juli disqualifizierte die FIM alle drei MV-Piloten Krummenacher, Raffaele De Rosa und Federico Fuligni für die Rennen auf Phillip Island zum Saisonstart, weil die verplombten Motoren in der fünfmonatigen Coronapause geöffnet worden waren, was gegen Paragraph 2.3.10 des technischen Reglements verstößt.

Es hätte sich um eine «visuelle mechanische Überprüfung» gehandelt und sei «das Resultat von Fehlkommunikation», nannte die FIM als Grund für den Siegelbruch.

Jetzt sind Details durchgesickert. MV Agusta hatte in Australien Motorenprobleme, konkret halten die Nockenwellen den hohen Beanspruchungen nicht stand, diese müssen in der F3 für die Supersport-WM serienmäßig sein. Daraufhin fragte das Team bei der FIM an, ob sie diese Serienteile austauschen dürfen, was laut Reglement möglich ist.

Ab diesem Punkt lief alles schief. MV Agusta Reparto Corse brachte die betroffenen vier Motoren zum Tuner, welcher die Verplombungen eigenmächtig und ohne das Beisein eines FIM-Offiziellen löste und die Nockenwellen tauschte.

Als dem Team klar wurde, was der Motorentuner angerichtet hatte, teilte es den Sachverhalt der FIM mit und fragte, wie sich das Problem lösen lässt. Die Motoren wurden beim WM-Neustart Ende Juli in Jerez von der FIM überprüft, dabei wurde festgestellt, dass tatsächlich nur die Nockenwellen getauscht wurden und die eingebauten dem Serienbauteil entsprechen. Alle anderen Plomben waren intakt. Trotzdem führte an der Disqualifikation kein Weg vorbei.

Jetzt könnte man natürlich vermuten, dass die in Australien eingesetzten Nockenwellen nicht serienmäßig waren. Laut Aussage der FIM wurden die Motoren vor der Verplombung in Einzelteile zerlegt, überprüft und markiert, wodurch diese Mutmaßung ausgeschlossen werden könne.

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