MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Bolliger-Switzerland-Innovation stößt auf Interesse

Von Helmut Ohner
Kevin Bolliger beim trockentraining in der Box

Kevin Bolliger beim trockentraining in der Box

Über die Wintermonate machte man sich im Bolliger Team Switzerland Gedanken wie man bei Boxenstopps wertvolle Zeit einsparen konnte. Mittlerweile wurde die Innovation von der Konkurrenz in Augenschein genommen.

Lagen früher bei Langstreckenbewerben oft mehrere Runden zwischen dem Ersten und Zweiten hat sich das in jüngster Vergangenheit drastisch geändert. 2017 trennten beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans GMT94 Yamaha und YART Yamaha gerade einmal 19,819 Sekunden. Ein Jahr davor gab es beim WM-Rennen in Portugal den knappsten Zieleinlauf aller Zeiten. Suzuki Endurance musste sich nach zwölf Stunden GMT94 Yamaha lediglich um 81 Tausendstelsekunden geschlagen geben.

Mit dem Wissen, dass auch bei Endurance-WM-Läufen mittlerweile jede einzelne Sekunde zählt, machte sich Kevin Bolliger über die rennfreie Zeit viele Gedanken. Dazu kam noch die Regeländerung, dass bei einem Boxenstopp nur noch vier Mechaniker am Motorrad arbeiten und die Reifen wechseln dürfen. Außerdem ist es nicht mehr erlaubt, die gewechselten Reifen nach hinten in die Hände eines sogenannten Fängers zu schleudern.

«Jeder erwartete Boxenstopp läuft nach einem vorher genau ausgearbeiteten Plan ab», berichtet Bolliger. «Jeder in der Mannschaft weiß, was er wann zu machen hat. Um den Ablauf weiter zu optimieren, haben wir uns im Team zusammengesetzt und uns etwas einfallen lassen. Beim Vorder- und Hinterrad gibt es jetzt eine Vorrichtung, mit der wir beim Reifenwechsel ein wenig Zeit einsparen können. Je nach Länge des Rennens kommt da schon einiges zusammen.»

«Das System hat sich beim 24-Stunden-Rennen in Le Mans bereits bestens bewährt. Obwohl wir wegen der Probleme mit der Benzinpumpe zweimal außerplanmäßig an die Box mussten und die Reparatur auch wertvolle Zeit gekostet hat, waren nur vier Teams in Summe der Boxenstopps schneller als wir. Aber wir haben gesehen, dass sich das Ganze noch optimieren lässt. Mittlerweile gibt es auch bereits die erste Verbesserung.»

Die perfekte Boxenstoppchoreografie des Bolliger Teams Switzerland blieb auch anderen Teams nicht verborgen. So wurden die Vorrichtungen bereits ausführlich in Augenschein genommen und zahlreiche Fotos gemacht. Es ist damit zu rechnen, dass Kopien dieser Innovation in absehbarer Zeit auch bei der Konkurrenz Einzug halten.

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