MotoGP: Pedro Acosta über seine Ansprüche

Covid-19 in Spanien: Winterschlaf hat begonnen

Von Mathias Brunner
​Spanien hat im Kampf gegen den SARS-CoV-2 die Ausgangssperre verschärft: Wer nicht in wesentlichen Wirtschaftszweigen tätig ist, fährt nicht mehr zu Arbeit. Die Regierung nennt das «Winterschlaf».

Nur in Spanien ist die europäische Corona-Situation noch dramatischer als in Italien: In Spanien sind alleine in den vergangenen 24 Stunden 6461 neue Fälle von Covid-19-Erkrankungen bestätigt worden, 473 Menschen haben in der gleichen Zeitspanne den Kampf gegen die Lungenkrankheit verloren. Insgesamt 94.417 Spanier sind am Virus SARS-CoV-2 erkrankt, 8189 sind daran gestorben, 14.620 haben die Krankheit überstanden.

Spanien hat in der Nacht auf 31. März im Kampf gegen Covid-19 die Ausgangssperre verschärft. Die umstrittene Massnahme nennt die Regierung «Winterschlaf» – alle Spanierinnen und Spanier, die für nicht wesentliche Wirtschaftszweige tätig sind, fahren nicht mehr zur Arbeit.

Diese Massnahme der sozial-demokratischen Regierung unter Pedro Sánchez gilt vorderhand bis 9. April. Die Industrie und die Baubranche (1,27 Millionen Fachkräfte) sind damit praktisch zum Erliegen gekommen. Die alte Regelung sah vor, dass die Menschen wann immer möglich zuhause arbeiten sollen, dass aber zur Arbeit fahren kann, wenn Home-Office nicht geht. In der Baubranche wird bei einem Stillstand von zwei Wochen Dauer mit einem Verlust von vier Milliarden Euro gerechnet.

Die verschärfte Ausgangssperre wird von Unternehmern und Regionalpräsidenten scharf kritisiert. Und auch die Medien sind sehr kritisch. «El Mundo» schreibt: «Der Winterschlaf wird für unsere Volkswirtschaft tödlich sein.» Lorenzo Amor, Präsident des Selbständigen-Verbands ATA, schimpft: «Man treibt uns in den Ruin.» Und der konservative Oppositionsführer Pablo Casado stellt sich in der Krise erstmals gegen Sánchez: «Die Kosten der Krisenbewältigung dürfen nicht den Firmen aufgebürdet werden, sie müssen vielmehr vom Staat getragen werden.»

Ministerpräsident Sánchez geht davon aus, dass die kommenden zwei Wochen die Wirksamkeit der jüngsten Massnahme beweisen werden.

Der in Spanien lebende, frühere Formel-1-Fahrer Marc Surer hat vor kurzem im SPEEDWEEK.com-Interview von Verfehlungen der Regierung berichtet: «Die Spanier sind ein Ausgehvolk. Die Regierung hatte mit Massnahmen zu lange gewartet. Pedro Sánchez ist keine besonders starke Führungspersönlichkeit. Und er hat damals einen grossen Fehler gemacht: Er hatte angekündigt, dass eine Ausgangssperre kommen würde. Was geschah? Die Madrilenen sind alle in ihre Ferienhäuser gefahren, auch hier in meine Region, um das nochmals richtig zu geniessen, und haben dabei den Virus ins ganze Land geschleppt.»

In einer Umfrage in Spanien geben 80 Prozent der Spanier an, Pedro Sánchez habe auf die Krise zu spät reagiert. Das Volk regt sich auch darüber auf, dass die Regierung Zehntausende von Corona-Tests gekauft hat, die sich als mangelhaft erwiesen.

«El Mundo» formuliert die heikle Situation von Staatschef Sánchez so: «Die Verschärfung der Ausgangssperre ist seine letzte Kugel im Lauf.»

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