MotoGP: KTM-Rennchef über Regelverstoß

Suzuka: Verstappen, Hamilton & Co. sind gewarnt

Von Mathias Brunner
​Die Formel-1-Piloten fahren nicht aus Zufall so gerne auf der anforderungsreichen Honda-Rennstrecke Suzuka Circuit. Der langjährige F1-Techniker Gary Anderson erklärt, wo die Fallen liegen.

Eine anspruchsvolle Kurve nach der anderen – kein Wunder, nennt fast jeder gegenwärtige Formel-1-Fahrer Suzuka, wenn es um die Lieblingsstrecken geht. Gary Anderson, früherer Technikchef der Rennställe Jordan, Stewart Grand Prix und Jaguar, kennt die gemeinen Fallen dieser Berg- und Talbahn.

Der 74-jährige Nordire hat vor ein paar Jahren zur schwierigen Rennstrecke das hier gesagt: «Die Faszination, aber auch die Tücke der Suzuka-Bahn beginnt schon mit dem Geschlängel der so genannten S-Kurven, eine richtig fiese Bergauf-Passage. Wer die ersten Bögen falsch anfährt, dessen Probleme werden mit Fortdauer dieses Pistenabschnitts immer ärger. Und am Schluss wartet eine richtig schnelle Linkskurve, die Dunlop. Der ganze Abschnitt dauert im Formel-1-Renner vielleicht nur zehn Sekunden, aber wer hier patzt, dessen Runde ist im Eimer, das ist Zeit, die du nicht mehr gutmachen kannst.»

«Jeder Rennfahrer liebt schnelle Kurven, wie die S-Kurven oder die ultraschnelle 130R, kurz vor Start und Ziel. Dort wartet auch die einzige Stelle, über welche die Formel-1-Fahrer schnöden – das doofe Randstein-Gehoppel der Schikane.»

«Ansonsten geniesst Suzuka den Respekt aller, weil hier Fehler noch richtig bestraft werden. Wir haben keine endlosen Auslaufzonen. Wer hier neben der Bahn fährt, ist in richtig grossen Schwierigkeiten. In der Regel bedeutet ein Ausflug einen Unfall.»

«Unfälle will zwar kein Fahrer haben, aber der Prickel zu wissen, dass man sich keinen Fehler erlauben darf, der lässt keinen Piloten kalt. Ein gutes Beispiel sind die beiden Degner-Kurven. Sie sind zwar nicht so schnell wie die Dunlop oder die 130R, aber die erste wird aus hohem Tempo angefahren. Manch einer unterschätzt den Speed dort. Noch ärger ist Degner 2, weil sie so unscheinbar wirkt. Wir haben dort so gut wie null Sturzraum, weil die Bahn dort unter der Gegengeraden durchführt – Suzuka ist ja im Grunde eine grosse Acht.»

Worauf werden die Fahrer achten müssen, wenn sie ihr Auto auf die Suzuka-Rennstrecke abstimmen?

Gary Anderson weiss: «Das Auto braucht hohe Stabilität bei schnellen Richtungswechseln, aerodynamische Balance und mechanische Steifheit sind gefragt. Was du nicht im Wagen haben willst, ist Untersteuern – weil du sonst im Verlaufe der S-Kurven leicht ins Trudeln gerätst. Daher stimmen die Piloten den Wagen eher auf eine Weise ab, mit der nur wenige richtig schnell fahren können, mit einem leicht nervösen Heck. Du brauchst einen Wagen, der willig und spontan einlenkt und durch die Lenkung viel Gefühl vermittelt.»

Für 2025 kommt noch erschwerend hinzu: Die Hälfte der Strecke ist frisch asphaltiert worden. Kein Fahrer kennt den Haftgrad dieses neuen Belags oder wie er sich anfühlt, wenn es regnet.


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