Hamilton vom Helden zur Null? Ferrari-Star wehrt sich

Lewis Hamilton
Freunde werden sie wohl nicht mehr, Jeremy Clarkson und Lewis Hamilton. Viele Formel-1-Fans, nicht nur Anhänger des Ferrari-Stars Hamilton, sind der Ansicht, es ist nicht okay, wie Clarkson immer wieder auf den erfolgreichsten GP-Piloten einprügelt.
So hat Clarkson, durch die Kult-Autosendung «Top Gear» weltberühmt geworden, in seiner jüngsten Kolumne für die englische Sun festgehalten: «Beim Sprintrennen in Shanghai holte sich der grosse alte Mann die Pole-Position und setzte sich dann vom Feld ab, um prompt auch das Rennen zu gewinnen.»
«Interessant und besorgniserregend ist, dass sich Lewis wenige Stunden später, nachdem er weltweit für Schlagzeilen gesorgt hatte, nur als Fünfter für den Grand Prix qualifizieren konnte. Und im Rennen selbst war er so langsam, dass er seinen Teamkollegen überholen liess. Und dann wurde er disqualifiziert.»
«Wie ist ein solcher Speed-Unterschied möglich? Ich kann ja verstehen, dass ein Auto auf einer Strecke schnell sein kann und am folgenden Wochenende auf einer anderen Rennbahn unbrauchbar ist. Aber auf der gleichen Strecke vom Helden zur Null werden? Am selben Tag? Das macht für mich keinen Sinn.»
Im Fahrerlager des Suzuka Circuit ist Hamilton auf die ätzende Kritik von Clarkson angesprochen worden. Lewis bleibt dabei höflich und diplomatisch, was sehr für ihn spricht, wenn er so Auskunft gibt: «Ich glaube, ausserhalb der Ferrari-Boxen unterschätzen die meisten Menschen, was wir alles tun.»
«Wenn wir von der Abstimmung sprechen oder von einer Änderung des Set-up, dann ziehen wir als Grundlage sehr viele Informationen hinzu, über Fahrzeugbalance in den Kurven, über die mechanische Balance, über das Rollverhalten des Autos. Das sind nur einige Punkt, die es in Einklang zu bringen gilt, da geht es wirklich um Finessen. Und nur in der Kombination vieler Faktoren schaffst du es eben, die perfekte Abstimmung auf die Reihe zu bekommen.»
«Die Leute dürfen nicht vergessen, dass ich noch immer in einer Lernphase bin mit diesem Auto. Leider habe ich vor der Quali in China in Sachen Abstimmung die falsche Entscheidung getroffen, und damit musste ich dann fürs Rennen leben. Hätten wir den Wagen nach dem Sprint nicht mehr angefasst, oder hätte sich meine Änderung so bezahlt gemacht, wie ich das gehofft hatte, dann hätten wir uns für die ersten Drei qualifiziert, und das hätte den Grand Prix erheblich leichter gemacht.»