Formel 1: Reaktion auf Sabotage-Vorwurf

Zak Brown, McLaren: Hamilton und Alonso widerspenstig

Von Mathias Brunner
​McLaren-Direktor Zak Brown ist davon überzeugt: 2018 erleben wir die Auflage eines früheren Duells – Lewis Hamilton gegen Fernando Alonso. Brown: «Ich erwarte, dass Fernando da vorne auftaucht.»

Es ist eine heisse Frage in diesen Wochen vor dem ersten Wintertest (ab 26. Februar in Barcelona): Wie konkurrenzfähig wird der McLaren-Renault von Fernando Alonso sein? Kann der Weltmeister von 2005 und 2006 endlich wieder aufs Siegerpodest vordringen?

Unglaublich: Sein letzter Platz unter den besten Drei in einem Grand Prix geht auf Ungarn 2014 zurück, als er Zweiter hinter Daniel Ricciardo wurde!

Aber Zak Brown ist überzeugt: Das kann sich 2018 zum Besseren wenden. «In Sachen Fahrzeugdesign ist alles gut gegangen», sagt der 46jährige McLaren-Direktor. «Wir konnten den Motor ins Heck einpassen, wir haben die Crash-Tests absolviert, alles läuft nach Plan. Gemäss unserer Simulationen sind wir, wo wir sein möchten. Im vergangenen Jahr hat sich gezeigt, dass sich die Werte ziemlich gut auf die Leistung auf der Rennstrecke umsetzen lassen, also glaube ich – wir stehen vor einer starken Saison.»

Vor elf Jahren fuhren Lewis Hamilton und Fernando Alonso gemeinsam bei McLaren. Die GP-Historie hat gezeigt: Die zwei Alphatiere kamen sich derart in die Quere, dass am Ende der Saison Ferrari-Pilot Kimi Räikkönen der lachende Dritte war und Weltmeister 2007 wurde. Der Finne hatte 110 Punkte vorzuweisen, Alonso und Hamilton je 109!

Alonso sah sich von Teamchef Ron Dennis verraten und ging zurück zu Renault. Hamilton wurde 2008 Weltmeister.

Zak Brown erklärt sich die Vorkommnisse von damals so, wie er im englischen Express betont: «Die beiden waren unfassbar erfolgshungrig, sie wollten so verzweifelt besser als der Andere sein, dass es für den Rennstall ungesund wurde. Wir hatten eine ähnliche Situation im gleichen Rennstall zuvor mit Senna gegen Prost bei McLaren oder mit Piquet und Mansell bei Williams. Wenn du zwei Löwen in den gleichen Käfig sperrst, dann kracht es nun mal.»

«Hin und wieder ist es möglich, eine solche Situation unter Kontrolle zu behalten. Mercedes hat das geschafft. Ich finde, sie haben die Spannungen zwischen Hamilton und Nico Rosberg recht gut im Zaum gehalten, und das war schon sehr heftig. Bei Senna und Prost ging es so weit, dass sie sich in die Kiste fuhren, bevor Prost das Weite suchte. Lewis und Fernando bei McLaren waren widerspenstig, nicht mehr zu managen. Zwei Fahrer eben, die sich unbedingt beweisen wollten.»

«Was die neue Saison angeht, so kann ich es kaum erwarten zu sehen, wo wir stehen. Ich brenne darauf zu erleben, was Fernando mit einem guten Wagen ausrichten kann. Einen Vorgeschmack haben wir vielleicht in Mexiko erhalten, als sich Alonso gegen den aufrückenden Hamilton wehrte. So etwas möchte ich wieder sehen – aber dieses Mal an der Spitze des Feldes!»

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